Fit in Gesundheitsfragen

Unterrichtsmaterial und Lehrerfortbildungen zu Diabetes und Krebs

Foto: Jugendliche (© Christian Schwier, fotolia)
(© Christian Schwier, fotolia)
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Weltweit erkranken immer mehr Menschen an Diabetes und Krebs – so auch in Deutschland. Betroffen sind auch Kinder und Jugendliche, meist durch die Erkrankung naher Angehöriger. Um relevantes Faktenwissen zu vermitteln und die Gesundheitskompetenz der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen, sollte das Thema stärker in den Unterricht integriert werden. Damit lassen sich die Bildungsziele „Fachwissen“ und „Handlungskompetenz zu Gesundheitsfragen“ besser erreichen. Derzeit ist jedoch zu beiden Themenkomplexen kaum geeignetes Unterrichtsmaterial erhältlich. Diese Lücke wird nun geschlossen.

Im Rahmen des Projektes „Fit in Gesundheitsfragen“ werden derzeit Unterrichtsmaterialien entwickelt, die ausführlich, fundiert und jugendgerecht sind. Ab Frühjahr 2020 stehen sie dann auf dieser WebSite des Diabetesinfodienstes München kostenfrei jedem Interessierten zum Download zur Verfügung. Bei „Fit in Gesundheitsfragen“ handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Helmholtz Zentrums München und des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg (DKFZ). Es wird mit öffentlichen Mitteln durch die Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. Daher sind alle Angebote frei von wirtschaftlichen Interessen.

Ansprechendes Unterrichtsmaterial

Angeboten werden soll ein Baukastensystem mit verschiedenen Modulen für die Unterrichtsgestaltung in den Sekundarstufen I und II der allgemeinbildenden Schulen, angelehnt an die aktuellen Bildungspläne. Neben klassischen Formaten wie Informations- und Arbeitsblättern ermöglichen Elemente aus dem Bereich eLearning ein modernes, interaktives, selbstgesteuertes und binnendifferenziertes Lernen: Die Materialien werden in verständlicher Sprache für verschiedene Bildungs- und Leistungsniveaus sowie soziokulturelle Milieus erstellt. Sie knüpfen unmittelbar an die Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler an. Anschauliche Infografiken, kurze Videos und interaktive Elemente in verschiedenen Schwierigkeitsstufen erweitern das Angebot.

Fundiertes Fachwissen vermitteln

Angefangen bei Risikofaktoren sowie Möglichkeiten der Prävention und Früherkennung über die biologischen Mechanismen bei der Entstehung der Krankheiten bis hin zu Therapieoptionen sowie dem Leben mit der Erkrankung – alle Facetten von Diabetes und Krebs werden wissenschaftlich fundiert vermittelt. Dazu wird auch auf die aktuellen Forschungserkenntnisse der am Projekt beteiligten Forschungseinrichtungen – Helmholtz Zentrum München und Deutsches Krebsforschungszentrum – zurückgegriffen.

Medien- und Gesundheitskompetenz stärken

Studien zeigen, dass die Fähigkeit, Informationen zu Gesundheitsthemen zu sammeln und die gewonnenen Erkenntnisse im Alltag umzusetzen, hierzulande nicht für alle Menschen selbstverständlich ist. Dies gilt auch für Jugendliche und junge Erwachsene bzw. deren Eltern. Um dem zu begegnen, wird im Rahmen des Projektes auch die Medienkompetenz der Jugendlichen im Umgang mit Gesundheitsinformationen gefördert. Sie lernen, selbständig qualitativ hochwertige und für ihre Gesundheit relevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden.

 

Ziel ist es, Jugendliche in die Lage zu versetzen, aus der Informationsflut des Internets seriöses Material herauszufiltern und für sich nutzbar zu machen. Zum einen, um selbstverantwortlich Krankheiten vorbeugen zu können – z. B. durch einen gesunden Lebensstil. Zum anderen, um sich im Krankheitsfall selbstbestimmt und gut informiert im Gesundheitssystem bewegen zu können. Dies bedeutet zum Beispiel, dass der Patient oder die Patientin verschiedene Behandlungsoptionen mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin bespricht, sie für sich bewerten und eine informierte Entscheidung treffen kann. Ein Teil des Unterrichtsmaterials widmet sich daher übergeordneten Themen wie „Gesundheitskompetenz“ und „Umgang mit Krankheit“. Auch praktisches Wissen über die Strukturen des deutschen Gesundheitssystems wird vermittelt.

Foto: Ein Blutzucker-Messgerät, das 92 Milligramm pro Deziliter anzeigt, eine Stechhilfe sowie eine ausgedruckte Blutzucker-Kurve. (© Piotr Adamowicz, stock.adobe.com)
Für Menschen mit Diabetes mellitus eine tägliche Pflicht: Den Blutzucker messen. (© Piotr Adamowicz, stock.adobe.com)

Lehrkräfte fortbilden

Die erstellten Materialien werden zunächst an ausgewählten Schulen erprobt, die finalen Versionen werden in Lehrerfortbildungen vorgestellt. Veröffentlicht werden die neuen Unterrichtsmaterialien kostenlos und frei zugänglich auf den Internetseiten der Projektpartner Helmholtz Zentrum München und DKFZ. Alle zwei Jahre werden sie überprüft und aktualisiert.

 

Das Unterrichtsmaterial wird deutschlandweit einsetzbar sein. Es kann auch von außerschulischen Lernorten wie Schülerlaboren und -bildungszentren verwendet werden.

Newsletter für Lehrkräfte

Zu jedem Schulhalbjahresbeginn wird ein Newsletter erscheinen, der die Unterrichtsmaterialien ebenso wie die Fortbildungsangebote vorstellt und über neue Materialien, Aktualisierungen und Fortbildungstermine informiert.

Evaluation mit Perspektive

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert: Abgefragt werden neben quantitativen Kriterien auch qualitative Aspekte. Nach erfolgreichem Abschluss des Projektes können die Materialien als Best-Practice-Modelle fungieren, um weitere Gesundheitsthemen aus dem Forschungsspektrum der Helmholtz-Gemeinschaft zu bearbeiten, zum Beispiel Allergien oder Erkrankungen von Lunge, Herz-Kreislauf- oder Nerven-System.

Foto: Patientin und Arzt im Gespräch. Die junge Patientin sitzt in einem Sessel und bekommt eine Transfusion; sie hat zwei Bücher und eine Tasse dabei. Der Arzt steht neben ihr, hält eine Mappe in der Hand und redet zu ihr. Im Hintergrund sitzt ein weiterer Patient, ein älterer Herr. (© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum DKFZ)
Neue, zielgerichtete Therapien ergänzen vielfach die klassische Chemotherapie bei der Behandlung von Krebspatienten. (© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum DKFZ)

Die beteiligten Forschungszentren

Helmholtz Zentrum München

Als Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt untersucht das Helmholtz Zentrum München das Zusammenspiel von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil bei Diabetes, Allergien und chronischen Lungenerkrankungen. Ziel ist es, die für Patienten individuell passenden Möglichkeiten für Prävention, Diagnose und Therapie zu finden. Seine etablierten Informationsdienste bereiten das aktuelle Wissen für Multiplikatoren und Patienten verständlich auf und publizieren es online. Außerdem gibt es langjährige Erfahrungen mit Schülerlaboren sowie Kooperationen mit Schulen, Verbänden und Universitäten.

Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Abteilung Kommunikation
Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg
Telefon: 089 3187-2711
www.helmholtz-muenchen.de

Diabetesinformationsdienst München
www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de

 

 

 

Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg untersucht, wie Krebs entsteht, erfasst Risikofaktoren und sucht nach Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Es entwickelt neue Ansätze, mit denen Tumore präziser diagnostiziert und Patienten erfolgreicher behandelt werden können. Der Krebsinformationsdienst (KID) ist eine Abteilung des DKFZ. Er beantwortet Betroffenen, Angehörigen, interessierten Bürger und Fachleuten alle Fragen zum Thema Krebs. Das Schülerforschungszentrum Life-Science Lab des DKFZ fördert außerschulisch und wissenschaftspropädeutisch mathematisch und naturwissenschaftlich-technisch besonders interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg
Telefon: 06221 42-2890
www.dkfz.de

Krebsinformationsdienst
www.krebsinformationsdienst.de 

Life-Science Lab
www.life-science-lab.org

Stand: 28. September 2018

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