Was droht bei einem Insulinmangel im Blut?

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Bei einem Insulinmangel droht eine Überzuckerung (Hyperglykämie). Durch den Insulinmangel kann Glukose nicht mehr in die Zellen aufgenommen werden und „staut sich“ im Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt an (je nach dem Grad des Insulinmangels schneller oder allmählich) und die Blutzuckerwerte sind stark erhöht (Blutzucker meist deutlich über 250 mg/dl, aber auch Werte bis > 1000 mg/dl sind möglich). Durch die starke Erhöhung der Blutzucker-Konzentration kann eine gefährliche Notfallsituation entstehen, die sogenannte Ketoazidose oder ein sog. hyperosmolares Koma. Als Folge der erhöhten Blutzuckerkonzentration können folgende Beschwerden auftreten: häufiges Wasserlassen, verstärkter Durst, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Acetongeruch in der Atemluft (Geruch nach Nagellackentferner oder Obst), vertiefte Atmung, starke Müdigkeit oder Schläfrigkeit bis zur Bewusstlosigkeit, Muskelschwäche, Gewichtsverlust.

Häufigste Ursache (30 bis 40 %) der Ketoazidose bei Diabetikern sind Infektionen – besonders Lungenentzündungen, Harnwegsinfekte und Abszesse. Denn trotz geringem Appetit und reduzierter Nahrungsaufnahme erhöhen fieberhafte Infekte den Insulinbedarf, sodass die normale Dosierung von Insulin zu niedrig sein kann. Auch vergessene oder zu niedrig dosierte Insulingaben und technische Probleme u.a. bei der Insulinpumpen-Therapie sind ein häufiger Auslöser (20 bis 40 Prozent der Fälle).

Bei den ersten Warnzeichen einer beginnenden Ketoazidose sollten die Patienten mittels Teststreifen den Ketongehalt im Urin ermitteln. Gleiches gilt, wenn die Blutzuckerwerte anhaltend über 300 mg/dl liegen. Fällt der Keton-Test positiv aus, sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden. Nur der Arzt kann entscheiden, ob eine sofortige stationäre Aufnahme erforderlich oder der Versuch einer ambulanten Behandlung vertretbar ist.

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes entsteht selten eine Ketoazidose, da noch ausreichend Insulin vorhanden ist, um den extrem gesteigerten Fettabbau zu bremsen. Dennoch kann es bei einer entsprechenden Stoffwechselentgleisung zu schweren Hyperglykämien (300-800 mg/dl) kommen.

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Letzte Aktualisierung: 09.05.2019

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