Typ-1-Diabetes: Was macht die Forschung?

Mikroskop. Forschung zu Typ-1-Diabetes
Bild: fotolia

Bei Typ 1-Diabetes werden die Insulin-produzierenden Zellen (Betazellen der Bauchspeicheldrüse) zerstört, indem Auto-Antikörper des Immunsystems sich gegen körpereigenes Gewebe richten.

Ursachenforschung
Bislang ist nicht abschließend geklärt, wie und warum es zu der Autoimmunreaktion bei Typ-1-Diabetes kommt. Neben Risikogenen werden Virusinfektionen, ein Ungleichgewicht der bakteriellen Darmbesiedelung sowie Umweltfaktoren als mögliche Auslöser diskutiert. Autoantikörper lassen sich bereits lange vor dem Erkrankungsausbruch nachweisen. Die Wissenschaftler hoffen, dadurch Risikogruppen identifizieren und so die Ursachen weiter erforschen zu können, um die Krankheitsprogression eines Tages aufhalten zu können – denkbar ist beispielsweise eine Art Impfung.

Therapieansätze:
Die Therapieforschung konzentriert sich einerseits auf eine Optimierung der künstlichen Insulingabe und andererseits auf heilende Verfahren, bei denen das Immunsystem moduliert oder die defekten Betazellen beispielsweise durch stammzellbasierte Verfahren ersetzt werden sollen.

Für die Gabe von Insulin stehen mittlerweile hochentwickelte Pumpentechniken zur Verfügung, verbunden mit einer kontinuierlichen Blutzuckermessung sollen sie die natürliche Insulinausschüttung automatisch und möglichst natürlich imitieren. Derzeit werden die Systeme an kleinen Patientenkollektiven getestet. Die größte Herausforderung für die Entwicklung solcher Technologien ist - neben der individuellen Dosisfindung und situativen Anpassung (veränderter Insulinbedarf z.B. beim Sport oder während eines Infekts) – der Umgang mit starken Blutzuckerschwankungen und Notfallsituationen wie Hypo- bzw. Hyperglykämien.

Auch Transplantationsverfahren werden von der Forschung immer weiter entwickelt. Ein 2013 vorgestellter Bio-Reaktor beinhaltet Betazellen in einer Kapsel, die eine Sauerstoffversorgung der Zellen und Abgabe des Insulins ermöglicht und dabei gleichzeitig vor einer Abstoßungsreaktion schützt. Weiterhin bestehen bleibt allerdings die Problematik der begrenzten Spenderzellen.

Die Immunmodulation bedeutet einen Eingriff in die Reaktion des Immunsystems. Ähnlich wie bei anderen Autoimmunerkrankungen soll die Bildung der zerstörerischen Autoantikörper verhindert werden. Studien hierzu wurden mit verschiedenen Immunsuppressiva durchgeführt und sogar eine komplette Stammzelltransplantation zum Neustart des Immunsystems erprobt. Alle Verfahren haben allerdings bislang zu keinen durchgreifenden Erfolgen geführt – bei gleichzeitig hohem und schwer abschätzbarem Risiko für Nebenwirkungen.

Die Stammzellforschung hat zum Ziel, im Labor Bauchspeicheldrüsen-Gewebe herstellen zu können, dass Diabetikern transplantiert werden kann. Bislang konnten Forscher bereits wichtige Signale für die gezielte Entwicklung und Regeneration von Betazellen identifizieren, Betazellen künstlich herzustellen ist allerdings noch nicht möglich.

Präventionsforschung
Ein weiteres wichtiges Forschungsgebiet, die Präventionsforschung, zielt darauf ab, Diabetes so früh wie möglich zu erkennen und den Ausbruch bzw. das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder gar zu verhindern.

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Letzte Aktualisierung: 09.05.2019

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