Diabetes: Soziale Aspekte

Was übernimmt die Krankenkasse bei Diabetes?

Krankenversicherung
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Generell gilt, dass die Kosten für Arzneimittel, die zugelassen und erstattungsfähig sind, von den gesetzlichen Krankenkassen komplett übernommen werden. Bei verschreibungspflichtigen Arznei- und Verbandmitteln wird jedoch eine Selbstbeteiligung von zehn Prozent (mindestens 5 maximal 10 Euro) fällig. Es wurde jedoch eine Belastungsgrenze von 2 Prozent der Bruttoeinnahmen des Versicherten im Normalfall festgelegt. Für Diabetiker besonders wichtig: Chronisch Kranke müssen jährlich nicht mehr als ein Prozent ihres Bruttoeinkommens zuzahlen. Für sie gibt es die Möglichkeit eine so genannte "Befreiungskarte" zu beantragen. Damit können sie den jährlichen Selbstbeteiligungsbetrag bereits im Voraus bezahlen und sind den Rest des Jahres von Zuzahlungen aller Art befreit. Auf diese Weise erübrigt sich das Sammeln einzelner Rechnungsbelege. Wenn diese Grenze erreicht ist, erfolgt eine Befreiung von allen weiteren Zuzahlungen. Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel werden von den Kassen nicht mehr erstattet.

Eine Liste mit Präparaten, die von der Zuzahlung befreit sind, findet man auf der Homepage des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Die dortigen Informationen werden jeweils zum ersten und fünfzehnten jeden Monats aktualisiert. Typ-1-Diabetiker und Typ-2-Diabetiker, die Insulin spritzen, sowie Frauen mit Gestationsdiabetes bekommen ihre Teststreifen in der Regel ebenfalls bezahlt. Für nicht-insulinpflichtige Diabetiker werden sie seit dem 1.10.2011 nur noch in bestimmten Fällen übernommen, etwa bei nachweislich instabiler Stoffwechsellage oder Berufskraftfahrern. Teilnehmer von Patientenschulungen im Rahmen eines Disease-Management-Programmes (DMP) bekommen Teststreifen unter Umständen erstattet. Wann und wie oft Plasmaglukose-Selbstmessungen bei nicht-insulinpflichtigen Menschen mit Typ-2-Diabetes sinnvoll sind, wurden in der Nationalen VersorgungsLeitlinie „Therapie des Typ-2-Diabetes“ festgelegt.
 

GUT ZU WISSEN

Diabetiker mit Anspruch auf Grundsicherung können sich zum Beispiel auch von den Rundfunkgebühren befreien lassen.

Bekommen Diabetiker die Grundsicherung?

Die im zwölften Sozialgesetzbuch festgelegte Grundsicherung bekommen Menschen ab 18 bzw. 65 Jahren, bei denen eine volle Erwerbsminderung festgestellt wurde und die finanziell weder aus eigener Kraft noch von Angehörigen versorgt werden können. Betroffene Diabetiker müssen ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben. Wird ihrem Antrag auf Grundsicherung stattgegeben, erhalten sie für zwölf Monate finanzielle Unterstützung zur Deckung ihrer Lebenshaltungskosten.

Der Gesamtbetrag setzt sich dabei aus mehreren Einzelbeträgen zusammen. Die Basis bildet der so genannte Regelsatz, der im Wesentlichen der Höhe der Sozialhilfe entspricht und für Lebensmittel, Kleidung und Ähnliches aufgewendet werden soll. Daneben umfasst die Grundsicherung auch Miet- und Heizkosten für die Wohnung, sowie Beiträge für Versicherungen. In bestimmten Fällen werden zusätzlich noch weitere Unterstützungen gewährt, beispielsweise bei unbedingt notwendigen Anschaffungen oder krankheitsbedingten Mehrkosten. Die letztendliche Höhe der Grundsicherung hängt aber vom eigenen Vermögen bzw. dem eigenen Einkommen ab, weshalb sie für jeden Antragsteller anders ausfällt.

Bekommen Diabetiker Zuschüsse für ernährungsbedingte Mehrkosten?

Die aktuellen Empfehlungen sehen keinen Mehrbedarf für eine spezielle Diabetiker-Diät vor. Der Paragraph 12 der Diätverordnung über diätetische Lebensmittel wurde 2010 aufgehoben und eine Übergangsregelung bis Oktober 2012 eingeräumt. Danach müssen alle Diabetiker-Lebensmittel aus den Regalen verschwinden. Diabetes zählt zu einer Gruppe von Erkrankungen, bei denen eine gesunde, ausgewogene „Vollkost“ angezeigt ist. Damit ist gemeint, dass eine gesunde Ernährung, wie sie auch allgemein zur Erhaltung des Gesundheitszustandes empfohlen wird, gleichermaßen dazu geeignet ist, um die Ziele einer Diabetestherapie zu erreichen. Es wird deshalb davon ausgegangen, dass der Regelsatz, der im zwölften Sozialgesetzbuch angegeben ist, für eine Diabetes-gerechte Ernährung ausreicht.
  

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Quellen:

Letzte Aktualisierung:

27. April 2016

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