Leben mit Diabetes – Auf Reisen

Flugzeug über den Wolken
© Lukas Gojda / Fotolia

Eine Abwechslung zum Alltag, Erholung, andere Länder und Kulturen kennenlernen – für viele Menschen sind die Urlaubswochen die schönste Zeit des Jahres. Zu einer entspannten Reise gehört eine gute Planung – das gilt umso mehr für Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes. Zeitverschiebung, Klimaveränderung, ungewohnte Speisen und ein anderer Tagesrhythmus können zu Schwankungen des Blutzuckerspiegels führen. Dennoch ist dies meist kein Grund für Menschen mit Diabetes, auf Urlaubsreisen verzichten zu müssen.

GUT ZU WISSEN

Nehmen Sie am besten die doppelte Menge Ihres Urlaubsbedarfs an Medikamenten mit, um bei unvorhergesehenen Verlusten abgesichert zu sein.

Diabetes und Reisen: Was muss ins Gepäck?

Die eigene Ausrüstung und Medikamente gehören selbstverständlich mit ins Reisegepäck. Zur Sicherheit empfiehlt es sich, eine größere Menge mitzunehmen. Denken Sie auch an die richtige Lagerung des Medikamentenvorrats – sowohl Insulin als auch die Plasmaglukose-Teststreifen sind temperaturempfindlich.

  • Für Insulin und Diabetesmedikamente als Injektionslösung (GLP-1-Rezeptoragonisten) liegt der empfohlene Temperaturbereich zur Lagerung zwischen  +2 und +8 °C. Sie sollten zudem vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.
  • Es gibt spezielle Kühltaschen für Medikamente zu kaufen. Ansonsten eignen sich vorgekühlte Thermosflaschen, Styroporboxen oder auch feuchte Handtücher, in welche die temperaturempfindlichen Präparate eingewickelt werden können.
  • Vorsicht im Auto: dort kann es im Sommer richtig heiß werden, vor allem im Kofferraum. Nehmen Sie beim Verlassen des Autos am besten alle Arzneimittel in der Kühltasche mit.
  • Eingefrorenes Insulin wird unwirksam! Auch kristallisiertes oder in der Spritzampulle verfärbtes Insulin ist unwirksam. Klassische Kühlboxen sind daher nur eingeschränkt geeignet: dort sollte Insulin und andere Injektionslösungen nicht zu nahe an den Kühlakkus gelagert werden, um Einfrieren zu verhindern.
  • Im Winterurlaub, bei sehr niedrigen Außentemperaturen, können Sie Kälteschäden vermeiden, wenn Sie das Insulin so nahe wie möglich am Körper tragen (in einer Bauchgurttasche oder Anorak-Innentasche).
  • Auch die Messgeräte zur Blutzuckerselbstkontrolle messen nur in einem bestimmten Temperaturbereich zuverlässig (z.B. +5 bis +40 °C, Herstellerangaben beachten).
  • Auf Flugreisen transportieren Sie am besten alle Diabetes-Utensilien (Insulin, weitere Arzneimittel, Teststreifen, Plasmaglukosemessgerät, ggf. Blutdruckmessgerät) im Handgepäck. Im Frachtraum des Flugzeuges herrschen häufig sehr niedrige Temperaturen, so dass die Gefahr des Einfrierens besteht. Zudem könnte es sein, dass Ihr Gepäck verspätet am Zielort ankommt.
  • Lassen Sie sich den Bedarf der mitgeführten Medikamente und Hilfsmittel von Ihrem  Arzt/ Ihrer Ärztin bestätigen: In unserem Downloadbereich oder auch beim ADAC oder der Deutschen Diabetes Hilfe DiabetesDE finden Sie Muster einer solchen Ärztlichen Bescheinigung.

Daneben sind weitere Dokumente hilfreich, wenn Sie ins Ausland fahren:

  • ein internationaler Diabetes-Pass in mehreren Sprachen. Er enthält alle wichtigen Gesundheitsdaten und bietet damit auch im Notfall dem medizinischen Personal eine gute Übersicht über den Gesundheitszustand des Patienten oder der Patientin.  Ein Muster-Exemplar finden Sie auf der Seite der Deutschen Diabetes Gesellschaft.
  • Ein Notfallausweis im handlichen Format, so dass er in das Portemonnaie passt. Er ist mehrsprachig verfasst und informiert Ersthelfer oder Ärzte im Notfall über eine bestehende Diabetes-Erkrankung und die eigenommenen Medikamente.
  • Vergessen Sie auch Ihren Impfpass nicht.

Bitte informieren Sie sich vor der Reise, welche speziellen Dokumente für Ihr Reiseland erforderlich sind. Hierbei können Ihnen Ihr Reisebüro, die Konsulate oder Botschaften der Länder oder auch das Auswärtige Amt weiterhelfen.

Gut zu Wissen

Denken Sie daran, sich eine umfangreiche ärztliche Bescheinigung über Ihre benötigten Medikamente und medizinischen Geräte ausstellen zu lassen!

Dies sollten Sie vor dem Urlaub abklären

Es ist sinnvoll, sich beim Arzt über die im Urlaubsland gängigen Insulinpräparate zu informieren, damit man im Notfall weiß, welche Insuline den eigenen am nächsten kommen – schließlich könnte der eigene Vorrat verloren gehen oder gestohlen werden. Der Hausarzt kann vor Reiseantritt bereits ein entsprechendes Rezept ausstellen. Nicht immer ist allerdings gewährleistet, dass ausländische Apotheken dieses auch annehmen; aus diesem Grund sollte das Rezept nur für den Notfall dienen und nicht den eigentlichen Bedarf ersetzen.

Nicht zuletzt sind verschiedene Impfungen wichtig, abhängig davon, in welches Land man reisen möchte. Diese sollten Diabetiker unbedingt vornehmen lassen, da eine Erkrankung nicht nur das Urlaubserlebnis schmälert, sondern auch gefährlich für die Stoffwechseleinstellung sein kann. Ihr Arzt oder das regionale Tropeninstitut kann Sie über die empfohlenen Impfungen für Ihr Urlaubsland informieren. Auch die Internetseiten des Auswärtigen Amtes sowie des Robert-Koch-Institutes bieten nützliche Informationen zu diesem Thema.

GUT ZU WISSEN

In unserem Download-Angebot finden Sie kostenlos eine ärztliche Bescheinigung für Flugreisen, einen Diabetiker-Notfallausweis, sowie einen Reise-Dolmetscher Deutsch-Englisch, Deutsch-Italienisch oder Deutsch-Spanisch für Ihren Urlaub.

Weiterhin ist es sinnvoll, sich beim Arzt über die im Urlaubsland gängigen Insulinpräparate zu informieren, damit man im Notfall weiß, welche Insuline den eigenen am nächsten kommen – schließlich könnte der eigene Vorrat verloren gehen oder gestohlen werden. Der Hausarzt kann vor Reiseantritt bereits ein entsprechendes Rezept ausstellen. Nicht immer ist allerdings gewährleistet, dass ausländische Apotheken dieses auch annehmen; aus diesem Grund sollte das Rezept nur für den Notfall dienen und nicht den eigentlichen Bedarf ersetzen.

Was tun bei Zeitverschiebung und Diabetes?

Strandkörbe am Meer
© af photo / fotolia.com

Wenn man sich von einer Zeitzone in die andere bewegt, muss man eventuell die tägliche Insulin- oder Medikamentendosis entsprechend anpassen. Dazu ist es notwendig, sich zuerst einmal klar zu machen, ob die Tage länger (Reise nach Westen) oder kürzer (Reise nach Osten) werden. Alle Empfehlungen bezüglich Insulinanpassung sind nur sehr grobe Anhaltspunkte. Sicherer und besser ist es, während der Reise häufig die Plasmaglukose zu messen und das Insulin und die Insulindosis entsprechend der Nahrungszufuhr und den aktuellen Plasmaglukose-Werten anzupassen. Wie die Anpassung der Medikation aber im Einzelfall aussieht, sollte vor Reisebeginn mit dem behandelnden Arzt / der behandelnden Ärztin abgesprochen werden.

Achtung: Auf Flugreisen kann es passieren, dass Diabetiker ihren Insulin-Pen bei den Flugbegleitern abgeben müssen, sie bekommen ihn jedoch selbstverständlich ausgehändigt, wenn sie spritzen müssen. Bei Turbulenzen, Flugausfällen und -verzögerungen ist meist kein Essensservice möglich. Daher unbedingt genügend eigenes Essen und Trinken - vor allem Kohlenhydrate - mitnehmen. Möglichst keinen oder nur sehr wenig Alkohol konsumieren.

Lokale Spezialitäten im Urlaubsland genießen

Auch Menschen mit Diabetes sollten natürlich exotische Speisen und landestypische Getränke genießen. Es empfiehlt sich allerdings, sich im Vorfeld über die gängigsten Zutaten der Speisen des Urlaubslandes zu informieren. Dies gelingt jedoch meist nur unzureichend. Daher bei unklaren Speisen häufiger Plasmaglukose messen. In puncto Alkohol gilt wie üblich: nur in Maßen und keinesfalls auf nüchternen Magen. Beim Konsum von alkoholhaltigen Getränken sollte man als Ausgleich Kohlenhydrate zu sich nehmen. Alkohol und Plasmaglukose-senkende Medikamente verstärken sich - insbesondere wenn Sulfonylharnstoffe oder Glinide eingenommen werden oder Insulin gespritzt wird. Daher muss immer auf Unterzuckerungen geachtet werden. Informieren Sie Mitreisende über den Diabetes sowie über die Symptome und Maßnahmen bei Unterzuckerung.

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Quellen:

Letzte Aktualisierung:

26. Juli 2018

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