Typ-1-Diabetes: Diagnose

Messung der Blutzucker-Werte

Ein gestörter Zuckerstoffwechsel lässt sich durch die Messung des Nüchternblutzucker-Wertes ermitteln. Die Nüchternblutzucker-Werte liegen beim Gesunden unter 100 mg/dl. Bei einer Messung im venösen Plasma gelten die Werte zwischen 100 und 125 mg/dl als abnorme Nüchternglukosewerte.

GUT ZU WISSEN

Je früher Typ-1-Diabetes erkannt wird, desto besser: Dramatische Stoffwechselentgleisungen können vermieden, Blutzuckerwerte früh optimiert und damit Folgeschäden in Grenzen gehalten werden.

Weiterhin können die Blutzuckerwerte mit dem oralen Glukosetoleranztestes oGTT bestimmt werden. Bei Werten über 200 mg/dl liegt ein Diabetes vor. Von einer gestörten Glukosetoleranz spricht man, wenn die 2-Stunden-Plasmaglukosewerte zwischen 140 und 199 mg/dl liegen bei einem gleichzeitigen Nüchternblutzucker-Wert unter 126 mg/dl.

Der sogenannte Hämoglobin A1c-Wert (HbA1c), der in Prozent angegeben wird, gibt die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration innerhalb der letzten zwei Monate wieder. Je höher der Anteil von HbA1c, desto mehr Zucker ist im Blut gelöst. Bei gesunden Menschen liegt dieser Wert in der Regel zwischen vier und sechs Prozent. Liegt er über 6,5 Prozent ist dies ein Hinweis auf Diabetes. Der HbA1c-Wert reagiert nur auf hohe Blutzuckerwerte. Frühe Phasen einer Typ-1-Diabeteserkrankung sind damit aber nicht feststellbar.

Das gilt auch für Urin-Teststäbchen aus der Apotheke für die Selbstdiagnose. Zucker ist im Urin erst ab einem Blutzuckerwert von 160 bis 180 mg/dl nachweisbar. Das ist sehr nachteilig, denn bis zu diesem Zeitpunkt können sich bereits gravierende Folgeschäden wie eine diabetische Nierenerkrankung ereignen. Bei Diagnosestellung wird der Arzt daher auch überprüfen, ob bereits Folgeerkrankungen vorliegen.

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Frühe Diagnose mit Antikörpertests

Die Angriffe des Immunsystems gegen die insulinproduzierenden Betazellen können Monate bis Jahre andauern, ohne dass dies in der ärztlichen Routineuntersuchung bemerkt wird. Der Nüchternblutzucker steigt erst an, wenn etwa 80 Prozent der Betazellen zerstört sind. Eine Blutzuckeruntersuchung liefert also erst sehr spät einen Hinweis auf Schädigung der insulinproduzierenden Betazellen.

Dagegen sind sogenannte Insel-Autoantikörper gegen Beta-Zell-Proteine und Insulin, der beste diagnostische Marker, um einen beginnenden oder bereits bestehenden Autoimmunprozess festzustellen. Sie können häufig schon Jahre vor dem Ausbruch der Krankheit nachgewiesen werden und Aussagen über das Risiko und die Geschwindigkeit einer Diabestesentwicklung liefern. Akute schwerwiegende Stoffwechselentgleisungen wie ein diabetisches Koma beim Ausbruch der Erkrankung lassen sich oft durch eine frühzeitige Immundiagnostik vermeiden.

Nahezu 100 Prozent der neu erkrankten Typ-1-Patienten tragen Insel-Autoantikörper in sich. Der Antikörpernachweis ist bei neu manifestiertem Diabetes aber auch ein wichtiges Kriterium zur Unterscheidung zwischen Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes, das keine Autoimmunerkrankung ist.

Typ-1-Diabetes früh erkennen

In ihrem Vortrag beim 3. Patiententag des Diabetesinformationsdienstes am Helmholtz Zentrum München (Mai 2015) erklärt Dr. Katharina Warncke von der Kinderklinik München Schwabing, wie Typ-1-Diabetes früh erkannt werden kann - schon bevor Symptome auftreten. 
(Vortragsdauer: 28,6 Minuten)

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