Schwangerschaftsdiabetes: Therapie

Welche Therapieoptionen gibt es bei Schwangerschaftsdiabetes?

In ca. 85 Prozent der Fälle reicht eine Umstellung der Ernährung aus, um die Blutzuckerwerte in den Zielbereich zu senken. Eine Einschränkung der Fett- bzw. Kohlenhydrat- und Kalorienaufnahme, eine Erhöhung der Ballaststoffaufnahme und eine Verteilung der Kohlenhydrate auf sechs Mahlzeiten sind entscheidend.

Die Nahrung sollte sich folgendermaßen zusammensetzen: 40 bis 50 Prozent Kohlenhydrate (nicht unter 40 Prozent), die hauptsächlich aus komplexen Kohlenhydraten und einem hohen Ballaststoffanteil in Form von Getreide, Obst und Gemüse bestehen sollte, 20 Prozent Eiweiße und 30 bis 35 Prozent Fett (siehe auch Ernährungstherapie des Diabetes mellitus). Da der Blutglukoseanstieg morgens am größten ist, sollte entsprechend der Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft zum Gestationsdiabetes die Kohlenhydratmenge zum Frühstück niedriger sein als zum Mittag- oder Abendessen.

IN KÜRZE

Trotz der Ernährungsumstellung muss die ausreichende Ernährung des Ungeborenen sichergestellt sein.

Die Kontrolle der Blutzuckerwerte sollte sich auf das Minimum der notwendigen Blutzuckermessungen beschränken:  

  • Für 1-2 Wochen nach Diagnosestellung sollten die Frauen vier Messungen durchführen (morgens nüchtern und jeweils 1 oder 2 Stunden nach Beginn der drei Hauptmahlzeiten).

Derzeit gelten folgende Blutzuckerzielwerte:

  • Der Nüchternblutzucker sollte unter 95 mg/dl liegen.
  • Eine Stunde nach Beginn der Mahlzeit dürfen 140 mg/dl nicht überschritten werden.
  • Sind alle Werte innerhalb der ersten zwei Wochen im Zielbereich, kann die Anzahl der Messungen auf einmal täglich reduziert werden. Empfohlen wird dabei abwechselnd nüchtern und nach den Hauptmahlzeiten zu messen.
  • Alternativ können die Frauen auch zweimal wöchentlich die 4-Punkte Messung wie oben beschrieben durchführen.

Werden die genannten Zielwerte trotz Diät in mehr als der Hälfte der Messungen überschritten, ist eine Insulintherapie notwendig. Die Insulindosis ist laufend an den wechselnden Bedarf bis zur Geburt anzupassen. Das Wachstum des Kindes im Mutterleib muss regelmäßig mittels Ultraschall überprüft werden. Die einzelnen Maßnahmen werden durch die Ernährungsberatung beim Diabetologen individuell besprochen und gründlich geschult. Durch eine gute Blutzuckereinstellung sinkt auch das Risiko für andere Schwangerschaftskomplikationen, wie zum Beispiel Bluthochdruck und Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie).

 

Nachsorge

Obwohl sich bei der Mehrzahl der Frauen die Blutzuckerwerte nach der Schwangerschaft wieder normalisieren, haben Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes nach der Schwangerschaft. Alle Frauen, die nach der Geburt normale Blutzuckerwerte aufweisen, sollten sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt einen 75-g Glukosetoleranztest durchführen lassen. Des Weiteren wird empfohlen, jährlich an einer Diabeteskontrolluntersuchung teilzunehmen, die in der Regel die Bestimmung des Nüchtern-Blutzucker-Werts und des Langzeitblutzuckers HbA1c beinhaltet. Gegebenenfalls sollte alle zwei Jahre ein weiterer 75-g Glukosetoleranztest durchgeführt werden.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

Letzte Aktualisierung:

16. Mai 2018

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