Schwangerschaftsdiabetes: Prävention

Prävention des Schwangerschaftsdiabetes

Bisherige Ansätze zur Vorbeugung des Schwangerschaftsdiabetes durch vermehrte körperliche Aktivität oder gesündere Ernährung in der Schwangerschaft waren leider nicht erfolgreich. Es ist davon auszugehen, dass eine Beratung zur Lebensstiländerung, die erst während der Schwangerschaft erfolgt, für eine effektive Risikoreduktion zu spät ist. Deshalb sollte Frauen mit Übergewicht und Adipositas bereits bei Schwangerschaftsplanung empfohlen werden, eine Gewichtsreduzierung durch gesunden Lebensstil zu beginnen und diesen in der Schwangerschaft beizubehalten.

Typ-2-Diabetesprävention nach Schwangerschaftsdiabetes

In Studien werden Ansätze für Vorbeugung getestet, durch die Hochrisikopatientinnen vermeiden können, dass sie nach der Geburt ihres Kindes Typ-2-Diabetes entwickeln. Zur Hochrisikogruppe zählen vor allem Frauen, die in der Schwangerschaft Insulin spritzen mussten. Sie können möglicherweise die spätere Entwicklung von Typ-2-Diabetes sowohl durch Ernährungsumstellung als auch durch körperliche Aktivität verhindern oder verzögern. Zudem kann durch Stillen das Diabetesrisiko verringert werden. Nach Auswertungen der Deutschen prospektiven Gestationsdiabetes-Studie profitieren von dem schützenden Langzeiteffekt vor allem Mütter, die ihr Kind länger als drei Monate stillen.

Dieser Effekt wurde auch für Frauen mit normalen Blutzuckerwerten während der Schwangerschaft beobachtet – auch diese Frauen konnten langfristig ihr Diabetes-Risiko senken, wenn sie ihre Kinder über einen längeren Zeitraum gestillt haben. Aus diesem Grund sollten Mütter bereits während der Schwangerschaft auf die Vorteile des Stillens hingewiesen werden und eine Stillberatung erhalten.

Kurz und einfach erklärt im Video: Typ-2-Diabetes - früher erkennen und vorbeugen (Länge: 1.44 Min)

© Diabetesinformationsdienst München / Helmholtz Zentrum München / Deutsches Zentrum für Diabetesforschung

 

 

Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München, haben aus den bekannten Risikofaktoren nun einen Score entwickelt, der das spätere Typ-2-Diabetes Risiko besser einschätzen kann. Dabei wurden Risikofaktoren bzw. schützende Faktoren miteinbezogen, die allein durch eine Befragung der Patientin erhoben werden können. Der Score berechnet sich wie folgt:

5 x BMI (in der frühen Schwangerschaft) + 132 (falls der Schwangerschaftsdiabetes mit Insulin behandelt wurde) + 44 (bei familiärer Diabetesveranlagung der Mutter) – 35 (falls die Mutter ihr Kind gestillt hat).

Eine höherer Score drückt hierbei ein höheres Risiko aus, nach einem Schwangerschaftsdiabetes an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Risikofaktoren, die positiv gewichtet werden, erhöhen das Risiko, Risikofaktoren, die negativ gewichtet werden, verringern es. Letzteres ist beim Stillen der Fall. Mütter, die ihr Kind gestillt haben, zeigten ein geringeres Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken als Mütter, die nicht gestillt haben. Während die ersten drei Risikofaktoren zum Zeitpunkt der Entbindung fest stehen, können betroffene Mütter beim Faktor Stillen aktiv ihr Erkrankungsrisiko verringern.

Risiko für Typ-2-Diabetes bei Müttern nach Schwangerschaftsdiabetes

 
  

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Quellen:

Letzte Aktualisierung:

16. Mai 2018

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