Schwangerschaftsdiabetes: Forschungsansätze

Wohin geht die Grundlagenforschung?

Hauptziele der Forschung im Bereich Schwangerschaftsdiabetes sind derzeit, Präventionsansätze zu entwickeln, die verhindern, dass Hochrisikopatientinnen nach der Geburt ihres Kindes Typ-2-Diabetes entwickeln. Des Weiteren soll erforscht werden, welche Faktoren und Mechanismen zu dem erhöhten Übergewichtsrisiko der Kinder führen.

Zusammenhang von Schwangerschaftsdiabetes und kindlichem Übergewicht

Ein durch das EU-Rahmenprogramm „HORIZON 2020“ gefördertes internationales Projekt namens „DynaHEALTH“ verfolgt unter anderem das Ziel herauszufinden, welchen Einfluss Schwangerschaftsdiabetes und andere ungünstige Expositionen während der Schwangerschaft auf die langfristige Gesundheitsentwicklung der Kinder hat. Auch Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München sind an diesem Projekt beteiligt und beschäftigen sich insbesondere mit Faktoren und Mechanismen, die der Entstehung von Übergewicht bei Kindern von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes zu Grunde liegen.

Langfristig sollen diese und weitere Studien dazu beitragen, geeignete Präventionsmaßnahmen für Risikopersonen zu entwickeln, um sowohl das Typ-2-Diabetesrisiko bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes als auch das Übergewichtsrisiko bei deren Kindern zu verringern.

GUT ZU WISSEN

Durch Stillen kann das spätere Risiko für Übergewicht und Adipositas des Kindes um 13 bis 22 Prozent reduziert werden.

Zusätzlich tragen epidemiologische Studien auf Bevölkerungsebene dazu bei, Ursachen und Folgen des Schwangerschaftsdiabetes besser zu verstehen. So deuten Auswertungen am repräsentativen deutschen Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Schwangerschaftsdiabetes und späterem Übergewicht des Kindes zumindest teilweise auf mütterliches Übergewicht zurückzuführen ist. Analysen der bayerischen Perinataldaten, in denen alle Entbindungen in bayerischen Krankenhäusern registriert werden, könnten Zusammenhänge des Schwangerschaftsdiabetes mit anderen schwangerschaftsbezogenen Faktoren aufdecken.

Einfluss der Gene auf Schwangerschaftsdiabetes

DNA-Helices
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Am Universitätsklinikum Dresden wird die Genetik des Gestationsdiabetes erforscht. Genetische Faktoren, die eine verminderte Insulinsensitivität und ein Versagen der Betazelle bewirken, adäquate Insulinmengen zu produzieren, sind Risikofaktoren für einen Schwangerschaftsdiabetes. Beim Versagen der Betazelle können auch – genetisch bedingte – Störungen des Glukosesensors eine Rolle spielen. Genetisch bedingte Störungen der Betazellentwicklung und eine dadurch verminderte Zahl an Betazellen sowie eine generelle Diabetesdisposition bedingt durch genetische Veränderungen, die die Insulinsekretion der Betazellen beeinflussen, sind ebenfalls Gegenstand der Forschung. Indem "genetische" Risikogruppen identifiziert werden, könnten Risikopersonen künftig vor Beginn eines Gestationsdiabetes erkannt werden. Für die Primärprävention, auch im Hinblick auf eine spätere Typ-2-Diabeteserkrankung, wäre das wichtig.

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