Schwangerschaftsdiabetes: Diagnose

Wie wird Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert?

Die evidenzbasierte Leitlinie "Gestationsdiabetes mellitus" der Deutschen Diabetesgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe aus dem Jahr 2018 legt fest, dass die Diagnose eines Schwangerschaftsdiabetes mit Hilfe von Blutzuckerbestimmungen nach einem Glukosebelastungstest zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche gestellt wird. Frauen mit erhöhtem Risiko für Diabetes werden bereits bei Feststellung der Schwangerschaft durch ein Frühscreening untersucht.

Kurz und einfach erklärt im Video: Typ-2-Diabetes - früher erkennen und vorbeugen (Länge: 1.44 Min)

© Diabetesinformationsdienst München / Helmholtz Zentrum München / Deutsches Zentrum für Diabetesforschung

 

 

Blutabnahme
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Der Gemeinsame Bundesausschuss hat im Dezember 2011 beschlossen, allen Schwangeren, die nicht bereits an Diabetes mellitus erkrankt sind, zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche einen Test auf Vorliegen von Schwangerschaftsdiabetes als Kassenleistung anzubieten. Dieses Vorgehen wurde im März 2012 in die Mutterschaftsrichtlinie aufgenommen. Der Test erfolgt in Form eines 50-g-Suchtests (Glucose Challenge Test, GCT). Dabei werden, unabhängig von der Tageszeit, 50 g Glukose in 200 ml Wasser eingenommen, die Patientin muss dazu nicht nüchtern sein. Liegt die venöse Plasma-Glukose der Schwangeren eine Stunde nach Gabe von 50 g Glukose bei 200 mg/dl oder darüber, wird direkt ein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Bei Werten zwischen 135 mg/dl und 200 mg/dl, wird ein oraler Glukose-Toleranztest  in nüchternem Zustand und mit 75 g Glukose (75-g-oGTT) durchgeführt.

Der 75-g-oGTT weist auf Diabetes hin, wenn

  • der Nüchtern-Blutzucker-Wert aus dem Venenblut bei mindestens 92 mg/dl oder darüber liegt,
  • und/oder der Wert eine Stunde nach dem Trinken der Glukose mindestens bei 180 mg/dl oder darüber liegt,
  • und/oder der Blutzucker-Wert nach zwei Stunden mindestens bei 153 mg/dl oder darüber liegt.

Als Schwangerschaftsdiabetes wird das Überschreiten von mindestens einem der drei Grenzwerte im venösen Plasma gewertet. Liegt der Nüchtern-Blutzucker-Wert bei 126 mg/dl oder darüber und/oder der Blutzucker-Wert nach zwei Stunden bei 200 mg/dl oder darüber, spricht man von einem manifesten Diabetes.

Von der Anwendung dieses Screening-Verfahrens sind schwangere Frauen ausgenommen, bei denen chirurgische Eingriffe am Magen-Darm Trakt zur Behandlung von Adipositas (z.B. Magenverkleinerung) vorgenommen wurden. Zur Abklärung eines Schwangerschaftsdiabetes bei diesen Frauen wird in der Leitlinie „Gestationsdiabetes“ von 2018 die Auswertung von Blutzuckertagesprofilen empfohlen. Diese sollten über einen Zeitraum von zwei Wochen unter normalen Ernährungsbedingungen geführt werden und die Nüchtern-Blutzuckerwerte, sowie die Blutzuckerwerte, die eine Stunde nach Nahrungsaufnahme gemessen werden, beinhalten.

 

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

Letzte Aktualisierung:

16. Mai 2018

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