Diabetes: Folgeerkrankungen

GUT ZU WISSEN

Die ersten zehn Jahre der Diabeteserkrankung und die Einstellung des Blutzuckers bestimmen das Risiko für Folgeerkrankungen.

Diabetes mellitus kann zahlreiche Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist schon im Vorstadium des Diabetes erhöht. Fakt ist auch, dass die ersten zehn Jahre einer Diabeteserkrankung und die Qualität der Blutzuckereinstellung das Risiko für Folgeerkrankungen bestimmen. Daher ist es wichtig, die Stoffwechselentgleisung rechtzeitig zu erkennen und optimal zu behandeln.

Unter den Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus spielen die Gefäßkrankheiten eine zentrale Rolle. Nach epidemiologischen Untersuchungen sind die Angiopathien mit ca. 75 Prozent die häufigste Todesursache für zuckerkranke Patienten. Klinische Ausprägung und Schwere der Gefäßveränderungen sind abhängig von ihrer Lokalisation (Retina, Niere, Koronar-Arterien, Zerebralgefäße, periphere Gefäße der Extremitäten) und dem Ausmaß der beteiligten Gefäßareale.

Was versteht man unter Makro- und Mikroangiopathie?

Man unterscheidet die Makroangiopathie als Erkrankung der großen Arterien im Gehirn, am Herzen (Herzkranzarterien) und an den Beinen von der Mikroangiopathie kleiner Blutgefäße mit möglichen Schäden an Nieren (Nephropathie), den Netzhäuten der Augen (Retinopathie), den Nerven (Neuropathie), dem Gehirn und dem Herzmuskel. Für beide Formen der diabetischen Angiopathie spielen die Dauer des manifesten Diabetes, die Qualität der Stoffwechseleinstellung und bestimmte Risikofaktoren eine wichtige Rolle.

Großes Risiko für Durchblutungsstörungen

Bei Diabetikern entwickeln sich arteriosklerotische Ablagerungen in den Blutgefäßen schneller als bei Gesunden. In der Folge dieser Veränderungen der kleinen oder großen Blutgefäße entstehen im Laufe der Jahre Verengungen an arteriosklerotisch veränderten Stellen, das Risiko für Durchblutungsstörungen nimmt zu. Die Arteriosklerose tritt bei Diabetikern in einem früheren Alter als bei Nicht-Diabetikern auf, zeigt eine rasche Progredienz und führt häufig zu so schweren und fatalen Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Fußgangrän (Gewebsbrand, Gewebsnekrose). Der Diabetes wurde wegen der engen Verbindung mit Herz-Kreislauf-Krankheiten als ein Hochrisikozustand („Hochrisikoäquivalent“) für vorzeitigen Tod bezeichnet, vergleichbar dem Risiko von Nicht-Diabetikern nach einem Herzinfarkt.

Die wesentlichen Krankheitsbilder der diabetischen Makroangiopathie sind

  • koronare Herzkrankheiten und Herzinfarkt
  • Erkrankung der Hals- und Hirnarterien und Schlaganfall
  • die periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • und das diabetische Fußsyndrom.

Die diabetische Mikroangiopathie

Der Begriff "diabetische Mikroangiopathie" bezeichnet die weitgehend Diabetes-spezifischen Gefäßveränderungen an Retina, Niere, Nerven und anderen Organen. An den klinischen Folgen gemessen dominieren die Schäden am Augenhintergrund (diabetische Retinopathie) und den Nierenkörperchen  (diabetische Nephropathie). Eine wichtige klinische Rolle spielt auch die funktionelle diabetische Mikroangiopathie an den Füßen und am Herzen. Sie wird als wichtiger Faktor bei der diabetischen Herzmuskelerkrankung und dem diabetischen Fußsyndrom diskutiert.

Häufig entwickeln sich bei Diabetikern makro- und mikroangiopathische Veränderungen gemeinsam.

Diabetes - Spätschäden früh erkennen und behandeln

Dr. Christoph Beck vom Klinikum Nürnberg stellt in seinem Vortrag auf dem 3. Patiententag des Diabetesinformationsdienstes am Helmholtz Zentrum München Krankheitsbilder vor, die sie als Spätfolge des Diabetes mellitus entwickeln können. Viele Organsysteme können betroffen sein - Augen, Nieren, Gehirn, Herz, Blutgefäße der Beine sowie Nerven. 
(Vortragsdauer: 19:55 Minuten)

Vollständige Präsentation

Diabetes - Was ändert sich im Alter?

PD Dr. Michael Hummel, Forschergruppe Diabetes e.V. am Helmholtz Zentrum München, berichtet auf dem 4. Patiententag im Interview mit dem Diabetesinformationsdienst über Herausforderungen, die das Diabetesmanagement bei sehr alten Patienten mit sich bringt. (Dauer: 2:55 Minuten)


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