Diabetes und Zähne: erhöhtes Risiko für Parodontitis

Querschnitt eines Zahnes
© Guido Vrola / fotolia.com

Diabetes mellitus beeinträchtigt nicht nur Augen, Nieren und Nerven, sondern kann auch die Zahngesundheit, vor allem die Festigkeit des Zahnhalteapparates beeinflussen. Ein langfristig erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Blutgefäße und führt dadurch auch im Mundraum zu einer verschlechterten Durchblutung. So kann es im Zahnfleisch zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen kommen. Dies schwächt die Abwehrmechanismen. Bakterien können sich schneller vermehren und eine Zahnfleischentzündung auslösen. Der Körper reagiert dann nicht wie im gesunden Zustand mit verstärkter Durchblutung auf die Entzündung, um bakterielle Abbauprodukte abzutransportieren. Unbehandelt kann hieraus eine Parodontitis (umgangssprachlich auch Parodontose genannt) mit Knochenbeteiligung entstehen.

  • Parodontitis (Parodontose) bezeichnet eine Entzündung des Zahnhalteapparates und gilt als häufigste chronische Erkrankung weltweit. Der Knochen wird dabei allmählich aufgelöst und die betroffenen Zähne lockern sich. Menschen mit Diabetes vom Typ-1 oder Typ-2 haben ein erhöhtes Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Weitere Risikofaktoren sind mangelnde Mundhygiene, Rauchen und Stress, aber auch die genetische Veranlagung spielt eine Rolle.

GUT ZU WISSEN

Menschen mit Diabetes haben im Vergleich zu Stoffwechselgesunden ein dreimal höheres Risiko, an einer Parodontitis (auch Parodontose genannt) zu erkranken.

  • Umgekehrt führen die Entzündungsprozesse im Mund wiederum zu einer Verschlechterung der Blutzuckerwerte, mit negativer Wirkung auf die organversorgenden Blutgefäße – ein Teufelskreis. So erhöht eine Parodontitis bei Menschen mit Diabetes das Risiko für Folgeerkrankungen an Herz, Nieren, Augen und Nerven.
  • Diabetes geht häufig mit Mundtrockenheit einher. Die Speichelproduktion ist bei erhöhten Blutzuckerwerten herabgesetzt. Speichel hat jedoch eine reinigende Wirkung auf die Zähne. Zudem enthält er mineralische Bestandteile, die zur Reparatur des Zahnschmelzes beitragen. Bei verminderter Speichelproduktion können sich bakterielle Beläge schneller ausbreiten und zu Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis führen.

Parodontitis vermeiden

Kurz erklärt

Diabetes kann Zahnfleischentzündungen, Karies und Parodontitis verursachen. Eine sehr gründliche Zahnpflege ist deshalb besonders wichtig.

Eine gute Blutzuckereinstellung ist die Grundvoraussetzung, um den diabetesbedingten Zahnverfall aufzuhalten. Zudem sollte sehr viel Wert auf die tägliche Zahnpflege gelegt werden.

  • Wie stoffwechselgesunde Menschen auch sollten Betroffene mit Diabetes unbedingt zweimal täglich Zähne putzen – am besten morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen.
  • Wichtig ist die richtige Zahnputztechnik, die man sich vom Zahnarzt zeigen lassen sollte.
  • Zahnpasta mit zugesetztem Fluor, sowie die einmal wöchentliche Verwendung eines speziellen hochdosierten Fluoridgels verbessert die Remineralisierung des Zahnschmelzes.
  • Zahnzwischenräume lassen sich mit Zahnseide oder Zwischenraumbürsten reinigen.
  • Desinfizierende Mundspüllösungen bekämpfen Bakterien; zuckerfreie Zahnpflegekaugummis neutralisieren schädliche Säuren, die nach dem Essen die Zähne angreifen.

Um einer Parodontitis vorzubeugen, sollten Menschen mit Diabetes Zähne und Zahnfleisch mindestens zweimal jährlich kontrollieren lassen, bei Bedarf auch häufiger. Bei Rauchern mit Diabetes sollte die Kontrolle sogar viermal im Jahr stattfinden, da ihre Mundgesundheit durch das Nikotin zusätzlich beeinträchtigt wird.

 

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Bundeszahnärztekammer: Diabetes und Mundgesundheit (Letzter Abruf: 17.09.2018)
  • Lalla, E., Papapanou P.N.: Diabetes mellitus and periodontitis: a tale of two common interrelated diseases. In: Nat Rev Endocrinol., 2011, 7(12):738-48
  • Kocher, T. et al.: Periodontal complications of hyperglycemia/diabetes mellitus: Epidemiologic complexity and clinical challenge.In: Periodontol 2000, 2018, 78(1):59-97. doi: 10.1111/prd.12235 

Letzte Aktualisierung:

11. September 2018

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