Müssen alle Typ-2-Diabetiker lebenslang Medikamente einnehmen?

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Menschen mit der Diagnose Typ-2-Diabetes können ihre Erkrankung oft über längere Zeit ohne Tabletten oder/und Insulin – allein über eine Ernährungs- und Bewegungstherapie – behandeln. Erst wenn es über eine Steigerung der körperlichen Aktivität und einer individuell angepassten Ernährungstherapie während 3-6 Monate nach Diagnosestellung nicht gelingt, die Blutglukosewerte durch Lebensstiländerungen im Normbereich zu halten, kommen Medikamente zum Einsatz.

Eine Reihe von Präventionsstudien haben gezeigt, dass Menschen mit gestörter Glukosetoleranz ihr Diabetesrisiko durch Lebensstiländerungen sogar effektiver senken, als durch die Einnahme bestimmter Medikamente. Auch dann, wenn bereits ein Typ-2-Diabetes vorliegt, kann durch Ernährungsumstellungen und vermehrte körperliche Bewegung der Blutglukosespiegel gesenkt werden. Bei Übergewichtigen machen Sport und eine Gewichtsabnahme um vier bis fünf Kilogramm die Körperzellen wieder insulinempfindlicher. Die Betroffenen müssen weniger Diabetes-Medikamente einnehmen, möglicherweise weniger oder gar kein Insulin spritzen.

Quellen:  

Dunkley, A. J. et al.: Diabetes prevention in the real world: effectiveness of pragmatic lifestyle interventions for the prevention of type 2 diabetes and of the impact of adherence to guideline recommendations: a systematic review and meta-analysis. In: Diabetes Care, 2014 37(4):922-33

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes – Langfassung, 1. Auflage. Version 4. 2014

 

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Letzte Aktualisierung: 09.05.2019

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