Seit der Antike werden alkoholische Getränke, wie Bier, Wein oder Spirituosen zu vielen Gelegenheiten getrunken: bei Feiern und Festen, zu Mahlzeiten oder zur Entspannung nach einem anstrengenden Tag. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, denn Alkohol ist, in geringen Mengen genossen, für gesunde Erwachsene nicht schädlich.

Alkohol und Diabetes

Der Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Alkohol und der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes wurde von Ernährungswissenschaftlern lange kontrovers diskutiert. Epidemiologische Studien haben jetzt übereinstimmend festgestellt, dass moderater Alkoholkonsum (10 g Alkohol pro Tag für Frauen und 20 g Alkohol pro Tag für Männer, entsprechend etwa 1-2 Gläser Bier oder Wein/Tag) mit einem geringeren Risiko für Diabetes mellitus und Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, kurz KHK) verbunden ist, als ein vollständiger Alkoholverzicht. Bei chronischem übermäßigem Alkoholkonsum steigt hingegen das Diabetes-Risiko – hinzu kommen erhebliche körperliche und psycho-soziale Folgeschäden.

Wie wirkt Alkohol bei Diabetikern?

Mangelnde Insulinempfindlichkeit (Insulinresistenz) der Körperzellen ist eine der Ursachen des Typ-2-Diabetes. Bei leichtem bis moderatem Alkoholgenuss steigt die Insulinempfindlichkeit. Das sogenannte „gute“ HDL-Cholesterin wird erhöht und der induzierte entzündungshemmende Stoffwechsel wirkt Diabetes-protektiv. Bei übermäßigem Alkoholkonsum kehren sich die günstigen Effekte ins Gegenteil. Zu viel Alkohol vermindert die Ausschüttung von Zucker (Glukose) aus der Leber, da die Leber in erster Linie damit beschäftigt ist, den Alkohol zu entgiften. Der Blutzuckerspiegel sinkt und das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) steigt.

Alkohol und Leber

Bei 10 bis 20 Prozent derer, die auf Dauer zu viel Alkohol trinken, entwickelt sich eine alkoholbedingte Fettleber. Der Begriff Fettleber bezeichnet einen vermehrten Fettgehalt des Lebergewebes. Sie kann Vorstufe der gefürchteten Leberzirrhose (Leberverhärtung) sein.

Etwa 30 Prozent der Bevölkerung haben eine Fettleber, die nicht auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen ist. Die sogenannte nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD) gilt als die häufigste Form der Lebererkrankung. Sie wird meistens durch eine Ultraschall-Untersuchung des Bauchs und durch Bluttests (leicht erhöhte Leberenzyme) diagnostiziert. Prädiabetiker und Diabetiker haben ohnehin ein erhöhtes Risiko für eine Leberverfettung, da die Einlagerung von Fett in die Leberzellen durch Übergewicht (Adipositas), Insulinresistenz und erhöhte Blutzuckerwerte begünstigt wird.

Wie wird die Fettleber behandelt?

Die Prävention bzw. Therapie der Fettleber besteht darin, die Risikofaktoren zu reduzieren und die Lebensgewohnheiten zu verändern, d.h. vollständiger Alkoholverzicht, Gewichtsabnahme sowie Verbesserung der Stoffwechseleinstellung (Blutzuckerwerte). Bei der medikamentösen Therapie bei Diabetes und Fettleber kommt vorzugsweise das Medikament Metformin zum Einsatz.

In unserem Themenschwerpunkt erfahren Sie mehr über Diabetes und Alkohol, die Rolle von Fetteinlagerungen in der Leber und weitere Risikofaktoren.

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Leber

Welche Rolle spielen Fetteinlagerungen in der Leber? Die Fettleber gilt in Industrienationen als häufigste Form der Lebererkrankung. Sie zählt zu den wesentlichen Risikofaktoren eines Typ-2-Diabetes. ...weiter

Pommes frites

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Bausteine mit der Aufschrift Diabetes ; im Hintergrund Zuckerwürfel

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