Diabetesmedikamente

Neuer SGLT2-Hemmer im Anflug

13. Feb 2018

Ende letzten Jahres hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) den SGLT2 Inhibitor Ertugliflozin zur Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetes zugelassen. Nun zieht die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA (European Medicines Agency) nach: Bei seinem ersten Treffen 2018 empfahl der Ausschuss für Humanarzneimittel auch die Zulassung in Europa. Diabetologen stünde damit ein weiterer SGLT2-Inhibitor zur Verschreibung zur Verfügung.

©HamsterMan/Fotolia

Die Natrium-Glukose-Transporter-2-Hemmer (auch SGLT-2-Hemmer oder Gliflozine) führen zu einer Zuckerausscheidung über die Nieren in den Urin und senken dadurch den Blutzuckerspiegel. Unter der Therapie mit SGLT-2-Hemmern treten in der Regel auch ein Gewichtsverlust und eine geringe Reduktion des Blutdrucks auf. Aufgrund des Wirkmechanismus ist das Risiko für Unterzuckerungen relativ gering.

Aktuell sind drei Vertreter für die Therapie zugelassen: Dapagliflozin, Empagliflozin und Canagliflozin. Der Vertrieb von letzterem wurde hierzulande allerdings Ende 2014 eingestellt, nachdem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) dem Wirkstoff einen Zusatznutzen abgesprochen hatte.

 

Ertugliflozin auf dem Weg zur Zulassung

Nun scheint ein weiterer SGLT-2-Hemmer auf dem Weg zur Zulassung in Deutschland zu sein: der Unterausschuss der EMA für Humanarzneimittel (englisch: Committee for Medicinal Products for Human Use, kurz: CHMP) empfahl Ende Januar nun auch Ertugliflozin für die Anwendung bei Menschen über 18 Jahren mit Diabetes vom Typ-2. Konkret geht es sowohl um die alleinige Anwendung (Monotherapie) als auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Metformin oder mit Sitagliptin. Eine Monotherapie kommt beispielsweise für Patienten in Frage, bei denen  Metformin aufgrund von Unverträglichkeit oder Kontraindikationen nicht gegeben werden kann.

Ertugliflozin wird damit voraussichtlich der vierte Vertreter der Klasse der SGLT2-Inhibitoren sein, der eine Zulassung für den europäischen Markt erhält. Von den anderen drei sind in Deutschland allerdings wie oben geschrieben nur Dapagliflozin und Empagliflozin erhältlich. Mögliche Nebenwirkungen können Pilzinfektionen im weiblichen Genitalbereich sein, diabetische Ketoazidosen treten selten auf. Eine VERTIS CV genannte Langzeitstudie untersucht zudem mögliche Einflüsse auf das Herz-Kreislaufsystem.

Grundsätzlich erfolgt die ärztliche Auswahl der eingesetzten Medikamente individuell für die jeweiligen Patientinnen und Patienten - unter Berücksichtigung von Nebenerkrankungen, Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, Körpergewicht und anderen Faktoren. Mehr dazu finden Sie in unserem Kapitel Diabetesmedikamente.

Quellen:

European Medicines Agency: Meeting highlights from the Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) 22-25 January 2018. Mitteilung vom 26. Januar 2018

European Medicines Agency: Opinion Steglatro/Ertugliflozin. Information vom 25. Januar 2018


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