GLP-1-Analoga schützen auch bei Herzinfarkt

25. Jan 2013

Eine vor kurzem im Fachmagazin Circulation: Cardiovascular Interventions veröffentlichte Studie berichtet, dass GLP-1-Analoga zur Behandlung von Diabetes auch das Ausmaß einer Herzschädigung nach Herzinfarkt reduzieren können. Neben der Standardbehandlung des Herzinfarkts wurde den betroffenen Patienten der Wirkstoff Exenatid direkt in die Vene verabreicht. Insbesondere Patienten, die ihn frühzeitig erhielten, profitierten von der Gabe. Weitere Studien müssen diesen Nutzen allerdings überprüfen und untersuchen, ob eine dauerhafte Therapie mit GLP-1-Analoga ähnliche Vorteile bringt. Frühere Studien hatten dem Wirkstoff bereits eine kräftigende Wirkung auf den Herzmuskel bescheinigt.

Medikamente

Bild: photocase

Das sehr kurzlebige Darm-Hormon GLP-1 (Glucagon-ähnliches-Peptid-1) stimuliert die Betazellen der Bauchspeicheldrüse, nahrungsabhängig vermehrt Insulin zu produzieren und hemmt das Glukagon, den natürlichen Gegenspieler des Insulins, das Blutzucker-erhöhend wirkt. Zudem wird die Magen-Darm-Passage verzögert. Diese Effekte haben eine Blutzucker-senkende Wirkung, insbesondere nach den Mahlzeiten. Bei Typ-2-Diabetikern sind die GLP-1-Konzentrationen häufig reduziert, weshalb sich ein Hormon-Analogon mit längerer Wirkung als effektives Medikament anbietet (GLP-1-Analoga).

Hintergrund

2005 wurde Exenatid als erstes GLP-1-Analogon zugelassen, für die Kombinationstherapie mit anderen Antidiabetika. Ähnlich dem Insulin muss Exenatid zweimal täglich als Spritze verabreicht werden. Neben der Senkung des Blutzuckers sowie des Blutzuckerlangzeitwertes HbA1c führt es zu einem Sättigungsgefühl und im Gegensatz zu zahlreichen anderen Diabetes-Medikamenten zu einer gewünschten Gewichtsabnahme. Unerwünschte Unterzuckerungen sind selten, da die GLP-1-Wirkung nahrungsabhängig ist.

Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Blähungen und Bauchbeschwerden, die aber mit der Therapiedauer nachlassen. In einigen Fällen wurde von einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pancreatitis) unter der Therapie berichtet, der Zusammenhang mit GLP-1 ist aber bislang unklar. Weitere GLP-1-Analoga auf dem Markt sind Liraglutide, das nur einmaltäglich gespritzt werden muss, und das über eine Woche wirksame („extended-release“) Exenatide. Nahezu alle großen pharmazeutischen Unternehmen haben GLP-1-Analoga entwickelt, die kurz vor der Zulassung stehen (u.a. Lixisenatide, Semaglutide, Dulaglutide) und spezielle Wirkungsvorteile versprechen. Gemeinsam ist aber allen GLP-1-Analoga, dass sie relativ hochpreisig sind.

Quelle:
Lønborg J. et al.: Exenatide reduces final infarct size in patients with ST-segment-elevation myocardial infarction and short-duration of ischemia. Circ Cardiovasc Interv. 2012; 5:288-295

 


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