Fleischkonsum und Diabetesrisiko: Was steckt dahinter?

10. Aug 2015

Vermehrter Verzehr von rotem Fleisch erhöht das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam bringen nun Licht ins Dunkel der zugrunde liegenden Stoffwechselabläufe.

Fleischkonsum und Diabetesrisiko: was steckt dahinter?

Bild: Fotolia

Die Langzeitbeobachtung von über 27.500 Studienteilnehmern in der Potsdamer EPIC-Studie zeigt, dass ein täglicher Verzehr von 150 Gramm rotem Fleisch (Rind-, Schweine-, oder Lammfleisch) das Risiko, an Diabetes zu erkranken, um cirka 80 Prozent erhöht. Um das zugrunde liegende Stoffwechselgeschehen näher zu untersuchen, haben Wissenschaftler zahlreiche Biomarker im Blut der Probanden genauer überprüft. Sie fanden, dass ein erhöhter Ferritinspiegel und ein erniedrigter Glyzinspiegel mit einem erhöhten Risiko einhergingen, an Diabetes zu erkranken. Darüber hinaus zeigten vier Lipide erhöhte Werte, die von der Leber ins Blut abgegeben werden.

Ferritin stellt eine Speicherform des Eisens dar und kann als Maß für die Eisenversorgung des Körpers herangezogen werden. Wenn zu viel Eisen vorliegt, können sich hochreaktive Stoffe bilden, die Zellen schädigen können (oxidativer Stress). Der Eiweißstoff Glyzin ist an Entgiftungsreaktionen beteiligt und kann somit die Zellen vor den hochreaktiven Eisenverbindungen schützen. Sind diese beiden Stoffe nicht mehr im Gleichgewicht, ist der Körper vor oxidativem Stress weniger gut geschützt, und es kommt zu Entzündungsreaktionen. Man weiß bereits, dass Entzündungsreaktionen zur Entstehung von Typ-2-Diabetes beitragen. Dies gilt auch für einen gestörten Fettstoffwechsel der Leber.

Die Wissenschaftler sehen in diesen Ergebnissen der EPIC-Studie gute Hinweise auf die Grundlagen des Stoffwechselgeschehens. Basierend auf diesen Daten können gezielt weitere Studien geplant werden, die genauere Beweise liefern.

Darüber hinaus bestätigen die Ergebnisse den Wissenschaftlern zufolge die Ernährungsempfehlung, die Menschen mit einem erhöhten Typ-2-Diabetesrisiko nahelegt, den Verzehr von rotem Fleisch einzuschränken.  


Quellen:

Wittenbecher, C. et al.: Amino acids, lipid metabolites, and ferritin as potential mediators linking red meat consumption to type 2 diabetes. In: Am J Clin Nutr, 2015, 101:1241-50

Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke: Blutanalysen sprechen dafür, dass viel rotes Fleisch das Diabetesrisiko erhöht. Pressemitteilung vom 02.06.2015


Weitere Informationen zum Thema:

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