Letzte und persönliche Frage - Frau Ziegler, woher nehmen Sie seit vielen Jahren Ihre ungebrochene Leidenschaft, an dem Krankheitsbild Typ-1-Diabetes zu forschen, wo doch nur ein kleiner Bruchteil aller Diabetes-Patienten davon betroffen sind?

Als ich mit meiner Forschung begonnen habe, waren die Verhältnisse wie gesagt noch andere und der Bedarf an Forschung zu Typ-1-Diabetes war viel größer. Das ist auch ganz klar heute noch so. Man muss die Ursachen finden, um den Ausbruch zu verhindern. Außerdem nimmt Typ-1-Diabetes im Kindesalter stark zu. Dagegen weiß man bei Typ-2-Diabetes ja vereinfacht gesagt, wie er zu behandeln ist, wir müssen das nur gesellschaftspolitisch umsetzen.

Noch viel wichtiger aber ist mir, zu sehen, dass ein Leben doch sehr viel mehr beeinflusst ist, wenn man eine Krankheit von jüngster Kindheit an sein ganzes Leben hat und der Alltag davon auch viel mehr dominiert wird. Der Typ-2-Diabetes dagegen beginnt ja oft milde, hat oft lange Phasen der Ernährungstherapie und die Patienten wachsen damit langsam in die Krankheit hinein. Als Ärztin habe ich aber auch durchaus für Typ-2-Diabetes-Patienten eine Leidenschaft. Wenn es mir bei einem stark übergewichtigen Typ-2-Patienten gelingt, ihn zum Abnehmen zu motivieren, und ich von ihm große Dankbarkeit ernte, wenn sein Diabetes verschwindet, kann ich daraus persönlich auch große Motivation ziehen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch mit Frau Prof. Dr. Ziegler führte Ulrike Koller, Diabetesinformationsdienst München

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