Individuell abgestimmte Diabetes-Therapien – liegt darin die Zukunft?

Ja, das glaube ich, wenn auch nicht so sehr in der Insulin-Ersatztherapie, sondern eben in der Prävention bei Typ-1-Diabetes. Wir müssen ein größeres Augenmerk darauf legen, welche Therapie für wen geeignet ist. Welche antigenbasierte Therapie wende ich beispielsweise an? Eine Therapie, die im Alter von zwei Jahren beginnt, sieht anders aus, als eine, die erst mit fünf Jahren startet. 

Bislang haben wir in unseren Präventionsstudien leider noch zu geringe Teilnehmerzahlen. Aber mit einem großen Screening könnte man mit einer frühen Identifizierung auch frühe Therapien mit unterschiedlichen Immunisierungsmustern anbieten. Mit Hilfe von größeren Kombinationstherapiestudien in verschiedenen Studienzweigen könnten wir schneller herausfinden, welche individualisierte Therapie für wen sinnvoll ist.

Auch bei der Typ-2-Diabetestherapie müssen wir individueller vorgehen, müssen beachten, was steht bei den Patienten gerade im Vordergrund, ist es der Diabetes oder ist es ein kardiovaskuläres Problem? Daher sind Leitlinienschemen alleine meist doch nicht so zielführend.

Werden individualisierte Therapien auch finanzierbar sein?

Sie werden nicht notwendigerweise teurer. Früher wurde immer die rationale Diagnostik propagiert, es kann demnach auch eine rationale Therapie geben, die ja nicht ein Mehr an Medikation bedeuten muss, sondern nur die richtige Therapie für den richtigen Patienten.

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