Immer wieder heißt es, das genetische Risiko sei bei Typ-1-Diabetes nicht so hoch wie bei Typ-2-Diabetes, stimmt das wirklich?

Nein im Gegenteil: Bei Typ-1-Diabetes ist das genetische Risiko definitiv höher. Das kann man auch an der familiären Belastung sehen: Die Häufigkeit von Typ-1-Diabetes liegt ja bei etwa 0,4 Prozent. Wenn Sie bestimmte Gene bzw. einen Verwandten mit Typ-1-Diabetes haben, erhöht sich das Risiko auf 5 Prozent, also um das über Zehnfache. Typ-2-Diabetes ist dagegen zwar mit 6 Prozent sehr viel häufiger. Hat ein Patient mit Typ-2-Diabetes Kinder oder Geschwister, so liegt das Risiko der Kinder und Geschwister bei 30-40 Prozent, also nur um das Sechsfache höher. Durch Gene kann man das Risiko eines Typ-2-Diabetes schlecht vorhersagen.

 

Aber das war ja nicht immer so…
Nein, vor 50 Jahren war die Häufigkeit von Typ-2-Diabetes gerade mal 0,6 Prozent! Nur etwa doppelt so hoch wie Typ-1-Diabetes! Daher stand dieser auch viel mehr im Vordergrund der Forschung, Könnte man also das Rad zurückdrehen, gäbe es das epidemieartige Ausmaß von Typ-2-Diabetes gar nicht.

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