Chirurgische Eingriffe sind groß im Kommen – ist das etwas für die breite Anwendung?

Derzeit ist das sicher nur eine – wenn auch eine wichtige – Option, allerdings nur für ausgewählte Patienten. Zudem muss man klar zwischen Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes unterscheiden. Für erstere ist ja die Inselzell- und die Pankreastransplantation eine Therapiemöglichkeit. Für massiv übergewichtige Patienten mit Typ-2-Diabetes kann eine bariatrische OP eine sinnvolle Therapieempfehlung sein. Denn bei ihnen geht es ja um viel mehr als nur um den Diabetes, auch um soziale und Lebensstilfaktoren. Solchen Menschen könnte mithilfe einer OP durchaus geholfen und ihre Lebensqualität damit deutlich verbessert werden. 

Andererseits ist ja noch gar nicht eindeutig nachgewiesen, ob diese bariatrischen Eingriffe überhaupt die Sterblichkeit der Risikopatienten verringern, also wirklich entscheidend von Nutzen sind. Der Diabetes ist dann zwar womöglich geheilt, aber andere Risiken schränken die Lebenserwartung weiterhin ein. Generell glaube ich daher nicht, dass chirurgische Eingriffe ein Verfahren für die ganz breite Anwendung werden. Dafür sind sowohl die Risiken als auch die Kosten auf absehbare Zeit einfach zu hoch. Dies gilt für Typ-1- wie auch für Typ-2-Diabetiker. 

Ich persönlich denke, wir werden früher eine Präventions-Lösung finden, als dass wir eine breit anwendbare Ersatztherapie entwickeln werden.

Weitere Informationen zu

Betazell-Transplantation

Stammzellforschung gegen Diabetes

Bariatrische Chirurgie bei Adipositas

 

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