Diabetes und Krebs

Übergewicht vermeiden, Darmkrebs vorbeugen

06. Jun 2017

Mehr als 300 Gramm zusätzliches Körpergewicht pro Jahr steigern bei Erwachsenen das Risiko für Darmkrebs, wie eine aktuelle Studie zeigt. Die Daten machen deutlich, wie wichtig es ist, auch im Alter einen gesunden Lebensstil zu pflegen und nicht übermäßig an Körperfett zuzunehmen.

Übergewicht und Darmkrebs

Quelle: Fotolia/Kara

Krebsvorsorge spielt bei Menschen mit Diabetes eine große Rolle, denn die Stoffwechselstörungen, die zu Übergewicht und Typ-2-Diabetes führen, können auch Risiko für diese Folgeerkrankung beeinflussen. Das zeigt auch die aktuelle Ausgabe unserer Videoreihe „Im Fokus“: Erhöhtes Krebsrisiko als Folge von Diabetes und Übergewicht.

Eine aktuelle Studie bestätigt das: Ein Wissenschaftlerteam hat den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Darmkrebs näher beleuchtet, der seit rund zehn Jahren bekannt ist. Die Forscherinnen und Forscher untersuchten die Daten von 266 an Dickdarmkrebs und 186 an Enddarmkrebs erkrankten Menschen sowie von 452 nicht an Krebs erkrankten Kontrollpersonen. Beobachtet wurden 20 verschiedene Biomarker sowie eine mögliche Körpergewichtszunahme.

300 Gramm mehr Körpergewicht pro Jahr erhöhen das Krebsrisiko

Erstes Ergebnis: Das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, ist bei Erwachsenen, die ab dem zwanzigsten Lebensjahr jährlich mehr als 300 Gramm Körpergewicht zulegen, deutlich höher als bei Personen, die unter diesem Wert bleiben. Diese Risikoerhöhung beobachteten die Wissenschaftler auch, wenn Menschen mittleren Alters über einen Zeitraum von 30 Jahren mehr als neun Kilogramm Gewicht zunahmen. Kontrollpersonen derselben Altersgruppe, deren Körpergewicht langfristig stabil war, hatten kein erhöhtes Darmkrebsrisiko.

Zweites Ergebnis der Studie: Auch eine Zunahme des Taillenumfangs sowie ein hoher HbA1c-Wert spielen für die Risikobeziehung zwischen Gewichtszunahme und Dickdarmkrebs eine Rolle. Die Autoren nehmen daher an, dass bei der Krebsentstehung in Folge von Übergewicht auch Veränderungen stattfinden, die zumindest teilweise auf eine Zunahme des Bauchfetts und eine Störung des Zuckerstoffwechsels zurückzuführen sind. Aus früheren Untersuchungen sei zudem bekannt, dass auch ein gestörter Fettstoffwechsel für die Dickdarmkrebs-Entstehung eine Rolle spielen könnte. Ob jedoch ein über lange Zeit erhöhter Blutzuckerspiegel das Dickdarmkrebsrisiko direkt negativ beeinflusst, sei derzeit nicht bekannt.

Die neue Studie liefert aber Ansatzpunkte, die sich weiterverfolgen lassen, um die molekularen Mechanismen der Dickdarmkrebs-Entstehung aufzuklären. Diese zu kennen, sei eine wichtige Voraussetzung, um neue Behandlungsstrategien zu entwickeln. Die Daten machen zudem deutlich, wie wichtig es ist, lebenslang einen gesunden Lebensstil zu pflegen und auch im Alter nicht übermäßig an Körperfett zuzunehmen, um Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen zu vermeiden.

 

Quellen:

Aleksandrova, K. et al.: Metabolic Mediators of the Association Between Adult Weight Gain and Colorectal Cancer: Data From the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) Cohort. In: American Journal of Epidemiology, 2017, DOI: 10.1093/aje/kww194


Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke: Zusammenhang zwischen erhöhten Blutzuckerspiegeln und Dickdarmkrebs-Risiko entdeckt. Pressemitteilung vom 30. Mai 2017


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