Fachgesellschaften

Deutschland, iss weniger Zucker!

14. Jan 2019

In einer gemeinsamen Erklärung empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), täglich nicht mehr als zehn Prozent der Gesamtenergiemenge durch den Verzehr freien Zuckers zu sich zu nehmen. Dies entspricht bei einer durchschnittlichen täglichen Energiezufuhr von 2.000 Kilokalorien maximal 50 Gramm Zucker.

Süßigkeiten

© Nataliia Pyzhova / Fotolia

Zuviel Zucker in der Ernährung erhöht das Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes und fördert die Entstehung von Karies. Bereits im Jahr 2017 empfahl die DGE in ihren „10 Regeln für eine vollwertige Ernährung“, Zucker generell einzusparen.

Die deutschen Fachgesellschaften folgen nun der bereits im Jahr 2015 gegebenen Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dabei ist die Angabe von zehn Prozent der Energiegesamtmenge, die durch den Verzehr freier Zucker erreicht werden soll, als maximale Obergrenze zu verstehen. Es handelt sich nicht um eine empfohlene tägliche Verzehrmenge. Generell ist eine zuckerarme Ernährung gesundheitsfördernd. 

Zu den freien Zuckern zählen Mono- und Disaccharide, die Hersteller oder Verbraucher Lebensmitteln zusetzen, sowie natürliche Zucker in Honig, Sirupen, Fruchtsäften, Nektaren oder Fruchtsaftkonzentraten. Den Großteil freier Zucker nehmen die Menschen in Deutschland über Süßwaren und zuckerhaltige Getränke zu sich.

Fruchtsäfte und Limonaden enthalten sehr viel Zucker, machen aber nicht satt. Dadurch kommt es leicht zu einer überhöhten Zuckeraufnahme, und die Energiebilanz verschlechtert sich.

Studien zum Konsumverhalten zeigen, dass die Menschen in Deutschland deutlich mehr Energie durch freie Zucker aufnehmen als die nun empfohlenen 50 Gramm. Im Durchschnitt nehmen Frauen 61 Gramm Zucker pro Tag zu sich und Männer sogar 78 Gramm.

Durchschnittlich müsste in allen Altersgruppen die Zuckerzufuhr um rund ein Viertel gesenkt werden, um der aktuellen Ernährungsempfehlung gerecht zu werden.

Wie lässt sich Zucker im Alltag reduzieren?

  • Stark verarbeitete oder zuckergesüßte Lebensmittel sollten nur selten und maßvoll verzehrt werden. Viel Zucker steckt beispielsweise in verarbeiteten Milchprodukten wie Joghurts, Fruchtquark, Milchmischgetränken, aber auch in Lebensmitteln wie Fertig-Soßen, Ketchup, Dressings und Fertigmahlzeiten. 
  • Wasser oder ungesüßter Tee sind ein gesunder Ersatz für gesüßte Getränke.
  • Auch Obstsäfte sind sehr zucker- und kalorienreich und daher keine Durstlöscher.
  • Lebensmittel, die speziell für Kinder beworben werden, sind oft stark zuckerhaltig. Für eine ausgewogene Kinderernährung sind sie überflüssig.

Weltweit werden derzeit ernährungspolitische Konzepte entwickelt, wie der Zuckerkonsum der Bevölkerung eingeschränkt werden kann. Beispiele hierfür sind erhöhte Steuern auf zuckerhaltige Lebensmittel, oder eine schrittweise Reduktion von Zucker in Fertigprodukten.

Quellen:

Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG), Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG) Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Konsensuspapier Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland. Dezember 2018. 

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE):10 Regeln für eine vollwertige Ernährung


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