Phthalate könnten Diabetesrisiko erhöhen

13. Jul 2012

Zwei aktuelle Studien an der schwedischen Universität Uppsala und am US-amerikanischen Brigham and Women’s Hospital (BWH) in Dallas befassen sich mit einem möglichen Zusammenhang zwischen bestimmten Weichmachern, sogenannten Phthalaten, und der Erkrankung an Diabetes.

Plastikstrohhalme

© babimu/fotolia.com

Phthalate sind Chemikalien, die als Weichmacher in PVC eingesetzt werden, um Plastikprodukte biegsam zu machen, wie beispielsweise Verpackungen und Spielsachen, aber auch medizinische Produkte wie Infusionsbeutel. Auch Kosmetika und andere Körperpflegemittel können Phthalate enthalten.   

Im Rahmen der PIVUS-Studie (Prospective Investigation of the Vaskulature in Uppsala Seniors) untersuchten die schwedischen Wissenschaftler die Blutproben von 1016 Männern und Frauen im Alter von über 70 Jahren auf verschiedene Umweltschadstoffe hin, darunter auch solche, die beim Abbau von Phthalaten im Körper entstehen. Von den Probanden litt etwa jeder neunte an einem Diabetes.

Die Forscher fanden heraus, dass die Blutwerte für drei der Phthalate mit der Diabeteshäufigkeit in Zusammenhang standen – trotz der Berücksichtigung von Risikofaktoren wie Fettleibigkeit, Lipidwerte und mangelnder Bewegung. Zudem vermuten die Forscher auch einen Zusammenhang zwischen bestimmten Phthalaten und einer gestörten Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse.

In der US-amerikanischen repräsentativen Querschnittsstudie untersuchten die Wissenschaftler die Urin-Konzentration von Phthalaten bei 2350 Frauen, die beim National Health and Nutrition Examination Survey teilnahmen. Dabei fanden sie heraus, dass Frauen mit einer höheren Konzentration von Phthalaten im Urin häufiger an Diabetes litten als Frauen, die eine niedrigere Belastung aufwiesen.

Um zu klären, ob Phthalate das Diabetesrisiko tatsächlich erhöhen, werden weitere Studien nötig sein. Die Studienleiterin der US-amerikanischen Studie Dr. Tamarra James Todd verweist darauf, dass Phthalate nicht nur in Kosmetika, sondern auch in medizinischen Geräten und Diabetesmedikamenten enthalten sind. Auch dadurch ließe sich möglicherweise die hohe Phthalate-Konzentration bei Frauen mit Diabetes erklären. Für eine weitere Abklärung eventueller Zusammenhänge sind sicher weitere Studien notwendig.

Quellen:
Lind, PM. et al.: Circulating levels of bisphenol A (BPA) and phthalates in an elderly population in Sweden, based on the Prospective Investigation of the Vasculature in Uppsala Seniors (PIVUS). Diabetes Care, July 2012, 35: 1519-1524 (letzte Abruf: 13.7.2012)

Strausz, M.: Phthalate: Weichmacher lösen Diabetes aus. – DocCheck News vom 20.06.2012 (letzter Abruf: 13.7.2012)

James-Todd, T. et al.: Urinary Phthalate Metabolite Concentrations and Diabetes among Women in the National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) 2001-2008. Environ Health Perspect, 2012 (Letzter Abruf: 13.7.2012)
Brigham and Women’ Hospital: Chemicals in Personal Care Products May Increase Risk of Diabetes in Women. - Pressemitteilung vom 13. Juli 2012 (letzter Abruf: 13.7.2012)

 

 


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