Fatales Duo: Diabetes und Depression

16. Jul 2012

Typ-2-Diabetiker, die an Depressionen erkranken, leiden häufiger unter Folgeerkrankungen vor allem an Augen, Nieren sowie Durchblutungsstörungen und Herzinfarkt. Dies ist ein Ergebnis der ACCORD-Studie, das vor kurzem die Fachzeitschrift Diabetes Care veröffentlicht hat.

Älterer Mann

© Yuri Arcurs/fotolia.com

Das Risiko von Diabetikern, an Depressionen zu erkranken ist erhöht, und die negativen Auswirkungen beim Vorliegen beider Erkrankungen sind durch Studien gut belegt. Depressionen und depressive Verstimmungen betreffen bis zu 25 Prozent aller erwachsenen Typ-2-Diabetiker.

Treten Typ-2-Diabetes und Depressionen zusammen auf, potenzieren sich die negativen Auswirkungen für Lebensqualität und Lebensdauer der Betroffenen. Im Vergleich zu Diabetikern ohne Depressionen leiden depressive Diabetiker häufiger unter Komplikationen an den kleinen Blutgefäßen von Augen und Nieren, sowie an Schädigungen der großen Gefäße, die zu Durchblutungsstörungen oder Herzinfarkt führen können. So ist – nach aktuellen Ergebnissen der bekannten ACCORD-Studie  – die Gesamtsterblichkeit von depressiven Diabetikern um den Faktor zwei, erhöht im Vergleich zu altersgleichen, nicht-depressiven Zuckerkranken.

Jede chronische Erkrankung kann das Risiko für eine Depression oder depressive Verstimmungen erhöhen. Die negativen Folgen sind bei Diabetes jedoch besonders hoch: Eine erfolgreiche Behandlung des Diabetes erfordert die aktive Mitarbeit des Patienten. „Depressionen stellen hierbei ein große Barriere dar, da sie sowohl die Motivation zur Behandlung als auch die Durchführung der Therapiemaßnahmen nachhaltig erschweren“, betont Privatdozent Dr. Bernhard Kulzer von der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim auf der Jahrestagung 2012 der Deutschen Diabetes Gesellschaft im Mai in Stuttgart.

Depressive Diabetiker benötigen psychologische Betreuung, vor allem zu Beginn der Erkrankung und dann, wenn erstmals Spätkomplikationen wie Dialysepflicht oder Fußamputationen hinzukommen. Ein Verzicht auf eine psychologische Betreuung kann die Krankheit deutlich teurer machen. US-Studien belegen, dass die Kosten für die Behandlung von depressiven Diabetespatienten um ein Vielfaches höher liegen als bei Diabetikern ohne Depression.

Quelle:
Sullivan, M. et al.: Depression Predicts All-Cause Mortality: Epidemiological evaluation from the ACCORD HRQL substudy. In: Diabetes Care, 2012, Epub ahead of print. (letzter Abruf: 19.06.2012)
 

 


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