Dapagliflozin

Antidiabetikum erweist sich als effektiv bei Herzschwäche

09. Okt 2019

Ein ursprünglich zur Therapie des Typ-2-Diabetes entwickeltes Medikament reduziert Krankenhausaufnahmen und verbessert die Lebensqualität bei Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzmuskelschwäche, unabhängig von einer Diabeteserkrankung. Dies zeigt eine aktuelle Studie, die während des Kongresses der europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Paris vorgestellt wurde.

EKG-Linie mit Herz

© peshkova / Fotolia

Dapagliflozin zählt zu der Arzneistoffklasse der SGLT-2-Hemmer. Bei Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes führen sie zu einer Zuckerausscheidung über die Nieren in den Urin und senken dadurch den Blutzuckerspiegel. In der Vergangenheit zeigten schon andere Studien an Menschen mit Diabetes ohne Herzinsuffizienz, dass sie von der Therapie mit dem SGLT-2-Hemmer profitieren. Bei ihnen senkte das Präparat die Rate von Herz-Kreislauf-bedingten (kardiovaskulären) Todesfällen gegenüber den Studienteilnehmenden, die Placebo erhielten.

Die aktuelle Studie untersuchte die Wirksamkeit des Medikamentes auch bei Probanden mit Herzschwäche, die nicht an Diabetes erkrankt sind. Die 4.477 Studienteilnehmenden wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten 10 mg Dapagliflozin pro Tag oder Placebo zusätzlich zur medikamentösen Standardtherapie bei Herzinsuffizienz.

Weniger Krankenhausaufenthalte - mehr Lebensqualität

Während des 18-monatigen Beobachtungszeitraums kam es bei 10 Prozent der Dapagliflozin-Gruppe und 13,7 Prozent der Placebo-Gruppe zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz. 9,6 Prozent der Teilnehmenden, die Dapagliflozin einnahmen, starben aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gegenüber 11,5 Prozent unter Placebo. Insgesamt verringerte sich das Risiko für Krankenhausaufenthalte und kardiovaskuläre Sterblichkeit durch das Antidiabetikum gegenüber Placebo um 26 Prozent. Auch die Lebensqualität der Studienteilnehmenden verbesserte sich.

Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen nahezu gleich selten auf und waren nur in wenigen Ausnahmefällen Grund für einen Therapieabbruch, wie die Studienautoren bestätigen. Ob eine andere Substanz aus der gleichen Klasse ebenfalls wirksam ist, wird derzeit in laufenden Studien untersucht.

Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie: Antidiabetikum erweist sich als hochwirksames Herzinsuffizienz-Medikament. Pressemitteilung vom 05. September 201


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