Typ-1-Diabetes

Insulinpumpe zeigt Vorteile bei Kindern und Jugendlichen

21. Nov 2017

Für Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes bringt die Therapie mit einer Insulinpumpe deutliche Vorteile im Vergleich zu einer Behandlung mit Insulinspritzen. Dies belegt eine Studie an 350 europäischen Diabeteszentren. Veröffentlich wurde sie aktuell im Fachjournal ‚JAMA‘.

Insulinpumpentherapie bei Kindern und Jugendlichen© b4producer / Fotolia

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Die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen, die in Deutschland von Typ-1-Diabetes betroffen sind, nutzen bereits eine Insulinpumpe. Mit deren Hilfe kann der Körper über einen kleinen Katheter im Unterhautfettgewebe kontinuierlich mit Insulin versorgt werden.

Unklar und auch in der Fachwelt umstritten war jedoch bisher, ob die Pumpentherapie ein höheres Risiko für Komplikationen wie Unterzuckerungen oder Ketoazidosen mit sich bringt. Ein deutsches Wissenschaftlerteam untersuchte dies nun in einer Studie, an welcher 350 Diabeteszentren in Deutschland, Österreich und Luxemburg teilnahmen.

Die  Forscher  verglichen über einen Zeitraum von fünf Jahren die Daten von 9.814 Patienten mit Insulinpumpe mit denen von ebenso vielen Patienten mit Spritzentherapie. Im Durchschnitt waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 14,6 Jahre alt, höchstens jedoch 20 Jahre. Die Typ-1-Diabetes-Diagnose lag bei allen mindestens ein Jahr zurück.

Insulinpumpe: Weniger Komplikationen und geringerer Insulinbedarf

  • Schwere Hypoglykämien traten in der Gruppe mit Pumpentherapie seltener auf (9,55 im Vergleich zu 13,97 Hypoglykämien pro 100 Patienten und Jahr).
  • Ketoazidosen traten unter Pumpentherapie deutlich seltener auf (3,64 statt 4,26 pro 100 Patienten und Jahr).
  • Die Patienten mit Pumpentherapie erreichten im Mittel einen besseren Langzeitblutzuckerwert HbA1c als die Patienten mit Spritzentherapie (8,04 versus 8,22 Prozent).
  • Der Insulinbedarf war geringer unter Pumpentherapie (0,84 versus 0,98 Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht und Tag).
  • Der Body-Mass-Index (BMI) unterschied sich nicht zwischen den Gruppen.
  • Patienten mit Pumpe kontrollierten ihren Blutzucker mit durchschnittlich 6,6 Messungen pro Tag häufiger als Patienten mit Spritzentherapie (5,9 Messungen pro Tag).

Fazit der Autoren: Für Eltern bietet die Studie eine gute Grundlage, um über die am besten geeignete Behandlung für ihre Kinder zu entscheiden. Die Insulinpumpentherapie erwies sich in der Studie als sichere Behandlungsform, mit den Vorteilen einer verbesserten Stoffwechseleinstellung,  mehr Flexibilität und damit einer verbesserten Lebensqualität.

Die Studienergebnisse seien repräsentativ für die Versorgungssituation von kindlichen und jugendlichen Typ-1-Diabetikern in Deutschland, so die Wissenschaftler. In der Regel werden die Kosten für die Pumpentherapie auf Antrag von den Kassen übernommen.

Quelle:

Karges, B. et al.: Association of Insulin Pump Therapy vs Insulin Injection Therapy with Severe Hypoglycemia, Ketoacidosis, and Glycemic Control Among Children, Adolescents, and Young Adults With Type 1 Diabetes. In: JAMA, 2017, 318(14):1358-1366. doi:10.1001/jama.2017.13994

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Pressemitteilung vom 16.11.2017: Diabetes Typ 1: Pumpentherapie für Kinder und Jugendliche besser als Insulinspritze (letzter Abruf am 20.11.2017)


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