Vitamin-D-Mangel könnte Schwangerschaftsdiabetes begünstigen

02. Apr 2013

Ein Mangel an Vitamin D während der Schwangerschaft könnte möglicherweise gesundheitliche Folgen für Mutter und Kind haben. Eine kanadische Metaanalyse dazu ist in der aktuellen Ausgabe des medizinischen Fachmagazins British Medical Journal veröffentlicht.

Schwangere bei der Blutdruckmessung

Quelle:JPC/fotolia

Schwangerschaftsdiabetes und Präeklampsie, gekennzeichnet durch Bluthochdruck, erhöhte Eiweißausscheidung im Urin und Wassereinlagerungen, sind gefürchtete Komplikationen in der Schwangerschaft. Ein Mangel an Calcidiol, der mit der Nahrung aufgenommenen Vorstufe von aktivem Vitamin D, könnte diese Schwangerschaftskomplikationen begünstigen. Zu diesem Ergebnis kommen Mediziner der kanadischen University of Calgary bei der Analyse von 31 Studien aus den Jahren 1980 bis 2012 mit insgesamt mehr als 20.000 Frauen. Die kanadischen Wissenschaftler räumen aber ein, dass die Vergleichbarkeit der einzelnen Studien ihrer Metaanalyse aufgrund verschiedener Faktoren nur bedingt gegeben, und damit auch die Aussagekraft ihrer Studie eingeschränkt ist.

Bei den Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes oder Präeklampsie war der Vitamin D-Wert deutlich niedriger als bei Frauen aus den Vergleichsgruppen. Die Ursachenkette ist allerdings bislang nicht geklärt. Aus früheren Studien ist aber bekannt, dass Vitamin D die Funktion der Insulin-produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse beeinflusst und damit die Insulinempfindlichkeit verbessert. Ein Vitamin D-Mangel könnte also umgekehrt die Insulinempfindlichkeit herabsetzen.

Ein Vitamin D-Mangel tritt während der Schwangerschaft relativ oft auf, der Studie zufolge insbesondere bei Vegetarierinnen, Frauen, die selten in der Sonne sind, oder bei Frauen, die Sonnenschutzcreme oder eine Tagescreme mit einem Lichtschutzfaktor von zehn und mehr verwenden.

Vor einer Empfehlung zur Einnahme entsprechender Vitamin-D-Präparate müssen große randomisierte Studien jedoch erst einmal Klarheit bringen, ob und in welcher Konzentration Vitamin D-Supplemente das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes tatsächlich verringern können. Da die körpereigene Produktion von Vitamin D Sonnenlicht-abhängig ist, empfiehlt es sich für Schwangere generell, möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen.

Quellen:
Aghajafari, Fariba et al: Association between maternal serum 25-hydroxyvitamin D level and pregnancy and neonatal outcomes: systematic review and meta-analysis of observational studies. BMJ 2013; 346:f1169

Helmholtz Zentrum München: Geringeres Diabetesrisiko bei guter Vitamin D-Versorgung. – Jahresbericht 2011


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