Schwangerschaft

Risiko für angeborene Herzfehler steigt mit Blutzuckerspiegel der Mutter

09. Jan 2018

Erhöhte Blutzuckerwerte der Mutter in der Frühschwangerschaft erhöhen das Risiko für angeborene Herzfehler des Kindes – nicht nur bei Frauen mit einem bekannten Diabetes oder Schwangerschaftsdiabetes. Forscherinnen und Forscher der Universität Stanford plädieren in ihrem aktuellen Artikel im ‚Journal of Pediatrics‘ für bessere Diagnostik bereits in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten.

Hoher Blutzucker in der Schwangerschaft © fovito - Fotolia

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Dank verbesserter Diagnostik und guten Behandlungsmöglichkeiten verläuft für Frauen mit Diabetes eine Schwangerschaft heutzutage meist unproblematisch. Die Betroffenen sollten allerdings bei einem Kinderwunsch schon im Vorfeld auf eine gute Blutzuckereinstellung achten und während der Schwangerschaft die Möglichkeit engmaschiger ärztlicher Betreuung nutzen. Erhöhte Blutzuckerwerte der Mutter können unter anderem das Risiko für angeborene Herzfehler der Kinder vergrößern.

Bei mehr als vier Prozent aller Schwangeren in Deutschland entwickelt sich während der Schwangerschaft eine Glukosetoleranzstörung. Der Test auf Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, findet in der Regel erst in der Mitte der Schwangerschaft zwischen der 24. und 28. Woche statt.

Dieser Zeitpunkt sei zu spät, um bereits in der Frühschwangerschaft bestehende erhöhte Blutzuckerwerte zu erkennen, so die Autoren aus Stanford. Die Bildung des embryonalen Herzmuskels findet ihnen zufolge sehr früh statt, bereits in der vierten bis zehnten Woche der Schwangerschaft. Viele Frauen, deren Kinder angeborene Herzfehler aufweisen, sind nicht diabetisch.

Schwangerschaft: Blutzucker früher messen

Dies veranlasste das Forscherteam der Universität Stanford, die Zusammenhänge zwischen Blutzuckerwerten in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten und der Häufigkeit des Auftretens von embryonalen Herzfehlern zu untersuchen. Die Wissenschaftler konnten dazu auf ein Datenregister von über 19.000 Müttern, von welchen Blutproben aus der Frühschwangerschaft vorlagen, und ihren Babys zugreifen. Frauen mit vor der Schwangerschaft bereits bestehendem Diabetes oder diagnostiziertem Schwangerschaftsdiabetes, mit sehr hohem oder sehr niedrigem Body Mass Index (BMI), Mehrlingsschwangerschaften oder Babys mit genetisch bedingten Erkrankungen schlossen sie aus der Datenerhebung aus.

Ergebnis: Das Risiko für die Kinder, während der Embryonalentwicklung einen Herzfehler zu entwickeln, stieg in der beobachteten Gruppe um jeweils acht Prozent an, wenn der Blutglukosewert der Mutter um zehn Milligramm pro Deziliter anstieg.

Früherkennung hilft, Komplikationen während der Geburt zu vermeiden

Im nächsten Schritt planen die Forscher eine prospektive Studie, in welcher bei allen teilnehmenden schwangeren Frauen die Blutzuckerwerte bereits zur Zeit der Organentwicklung der Babys kontrolliert werden. Ziel ist es, frühzeitig die Frauen herauszufiltern, deren Kinder ein erhöhtes Risiko für Herzfehler haben. Bei den betroffenen Babys könnte eine Herzuntersuchung Komplikationen während der Geburt verhindern. Eventuell kann bereits im Mutterleib oder zeitnah nach der Geburt eine Operation durchgeführt werden.

 

Quelle:

Helle, E. et al.: First Trimester Plasma Glucose Values in Women without Diabetes are associated with Risk for Congenital Heart Disease in Offspring. In: J Pediatr., 2017, pii: S0022-3476(17)31457-9. doi: 10.1016/j.jpeds.2017.10.046. [Epub ahead of print] 

Aerzteblatt.de: Hoher Blutzucker in der Frühschwangerschaft führt zu angeborenen Herzfehlern. Artikel vom 19. Dezember 2017 (letzter Abruf: 03. Januar 2018)



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