Bestimmte Schwangerschaftserkrankungen erhöhen das Diabetesrisiko

15. Okt 2013

Präeklampsie und Bluthochdruck während der Schwangerschaft können das Risiko, im späteren Leben an Diabetes zu erkranken, verdoppeln. Darauf deutet eine kanadische Studie hin, die kürzlich im Fachmagazin PLOS Medicine veröffentlicht wurde. Ferner führt die Kombination aus Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) und Präeklampsie bzw. Schwangerschaftsbluthochdruck zu einem 13-fachen Anstieg des zukünftigen Diabetesrisikos im Vergleich zum Schwangerschaftsdiabetes allein.

Schwangere misst Blutzucker

© fovito / Fotolia.com

Präeklampsie bezeichnet eine schwangerschaftsspezifische Erkrankung, die mit erhöhtem Blutdruck (Hypertonie), vermehrtem Ausscheiden von Eiweiß über den Harn (Proteinurie) und Einlagerung von Flüssigkeit im Gewebe der Schwangeren (Ödeme) einhergeht. Etwa drei bis fünf Prozent der Erstgebärenden bekommen eine Präeklampsie. Bei Frauen, die bereits ein oder mehrere Kinder geboren haben, liegt das Risiko für eine Präeklampsie bei 0,5 Prozent. Schwangerschaftsbluthochdruck tritt bei etwa fünf bis zehn Prozent der Frauen auf und entwickelt sich in der Regel nach der 20. Schwangerschaftswoche. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindelgefühle oder Übelkeit.

Im Zeitraum zwischen 1994 bis 2008 werteten die Forscher die Daten von über einer Million Frauen mit Präeklampsie, Schwangerschaftsblutdruck oder Schwangerschaftsdiabetes aus. Anschließend untersuchten sie, ob die Teilnehmerinnen 180 Tage nach der Entbindung einen Diabetes entwickelten.

Demnach ist das Risiko, im späteren Leben an Diabetes zu erkranken, bei Frauen mit Schwangerschaftsbluthochdruck und bei Frauen mit Präeklampsie jeweils verdoppelt, und bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes etwa 12mal höher. Tritt parallel zum Schwangerschaftsdiabetes ein Schwangerschaftsbluthochdruck auf, ist das Diabetesrisiko mehr als 18-mal höher und über 15-mal höher bei Präeklampsie. Insgesamt entwickelten im Nachbeobachtungszeitraum 35.077 Frauen (3,5 Prozent) einen Diabetes.

Die Studie identifiziert mögliche neue Risikofaktoren für die Entwicklung eines späteren Diabetes und legt nahe, dass Frauen mit Präeklampsie oder Schwangerschaftsbluthochdruck regelmäßig auf Diabetes untersucht werden sollten, betonen die Wissenschaftler.

Quelle:
Feig, D. S. et al.: Preeclampsia as a Risk Factor for Diabetes: A Population-Based Cohort Study. PLoS Medicine, 2013; 10 (4): e1001425 DOI: 10.1371/journal.pmed.1001425


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