Prävention

Zusammenspiel von Psyche und Stoffwechsel

03. Mai 2016

Depressionen allein erhöhen nicht das Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Anders bei Patienten mit Stoffwechselstörungen: leiden diese zusätzlich an psychischen Problemen, ist das Diabetesrisiko deutlich erhöht.

Zusammenspiel von Psyche und Stoffwechsel

© hamburg_berlin/Fotolia

Dies ergab eine kanadische Studie mit über 2500 Teilnehmern, die aktuell im Journal ´Molecular Psychiatry´ veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler beobachteten die Frauen und Männer im Alter von 40-69 Jahren über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren und untersuchten das Diabetesrisiko verschiedener Untergruppen. Es ist bekannt, dass Stoffwechselstörungen wie Übergewicht, erhöhter Blutzucker, Bluthochdruck, erhöhte Triglycerid-Werte und verringerte HDL-Werte das Diabetes-Risiko erhöhen. So war es nicht überraschend, dass aus der Patientengruppe, welche mindestens drei dieser Symptome aufwies, mehr Studienteilnehmer an Typ-2-Diabetes erkrankten als in der gesunden Kontrollgruppe. 

Depressive Patienten ohne zusätzliche metabolische Störungen zeigten das gleich geringe Risiko wie Gesunde. Depressionen alleine erhöhten das Typ-2-Diabetes-Risiko in dieser Studie also nicht. 

Traten Depressionen allerdings gemeinsam mit den genannten Stoffwechselstörungen auf, war das Risiko signifikant erhöht – und zwar deutlicher, als es alleine durch die Stoffwechselentgleisung erklärt werden kann. 

Die Forscher diskutieren mehrere Erklärungsansätze für diese Beobachtung. Das Diabetesrisiko bei Patienten mit Stoffwechselvorerkrankungen ist stark abhängig vom persönlichen Lebensstil. Menschen mit psychischen Problemen sind vermutlich weniger bereit, Lebensstiländerungen hin zu gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung umzusetzen und sich von alten Gewohnheiten wie zum Beispiel Rauchen zu trennen.  

Manche antidepressive Medikamente führen zu Gewichtszunahme. Darüber hinaus gibt es Stoffwechselvorgänge, die mit Depression und metabolischen Störungen gleichermaßen in Zusammenhang stehen, wie zum Beispiel die Aktivierung des sympathischen Nervensystems oder die Ausschüttung entzündungsspezifischer Botenstoffe (Zytokine). 

Die Studienergebnisse machen deutlich, wie wichtig es ist, bei Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko auch die psychische Gesundheit im Blick zu halten. Betroffene benötigen unter Umständen mehr Unterstützung bei ihrem Selbstmanagement als psychisch stabile Menschen. 

Quelle: 

Schmitz, N. et al.: Depression and risk of type 2 diabetes: the potential role of metabolic factors. In: Molecular Psychiatry, 2016, advance online publication 23 February 2016; doi: 10.1038/mp.2016.7

Weitere Informationen zum Thema: 

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