Ernährung

Zu süß, die Kleinen!

02. Mär 2018

Eltern schätzen den Zuckergehalt von Lebensmitteln, die ihre Kinder gerne essen, häufig zu niedrig ein. Dies kann Folgen für das Körpergewicht der Kinder haben, wie eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin herausfand.

Zuckergehalt in Lebensmitteln © kolinko_tanya - stock.adobe

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Der Grenzwert für die tägliche Aufnahme von Zucker, den die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO) empfiehlt, liegt bei etwa 45 Gramm oder – greifbarer – bei 15 Zuckerwürfeln pro Tag für Kinder zwischen sieben und zehn Jahren. Leider liegt in Deutschland die tatsächlich verzehrte Menge sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen deutlich höher. Zuviel Zucker führt jedoch zu Übergewicht und Fettleibigkeit und auf lange Sicht zu Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes.  

Orangensaft, Müsliriegel und Fruchtjoghurt – gesund oder doch zu süß?

Gesunde Ernährung der Kinder liegt in der Hand der Eltern – etwa zu 70 Prozent entscheiden die Eltern darüber, was die Kinder zu sich nehmen. Doch verfügen die Eltern immer über ausreichend Wissen über die Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe? Wissen sie, wieviel Zucker in vermeintlich gesunden Lebensmitteln wie Orangensaft, Müsliriegeln und Fruchtjoghurt steckt? Und in welchem Zusammenhang steht das Wissen der Eltern zum Körpergewicht ihrer Kinder?

Dies überprüften Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer Studie, die im Januar im ‚International Journal of Obesity‘ veröffentlicht wurde. 305 Eltern-Kind-Paare nahmen an der Studie teil. Die Kinder waren zwischen sechs und zwölf Jahren alt. Am Computer schätzen die Eltern den Zuckergehalt von Portionsgrößen gängiger Nahrungsmittel und Getränke, gemessen in Zuckerwürfeln: Orangensaft, Cola, Pizza, Joghurt, Müsliriegel und Ketchup.

Mehr als gedacht – Zucker in Kinderlebensmitteln

74 Prozent der Eltern unterschätzten den Zuckergehalt der Lebensmittel zum Teil erheblich. Bei vermeintlich gesunden Lebensmitteln wie Orangensaft oder Fruchtjoghurt lagen besonders viele Eltern daneben (85 bzw. 92 Prozent). Der Zuckergehalt von Müsliriegeln und Ketchup hingegen wurde häufig überschätzt.

Es ließ sich ein statistischer Zusammenhang herstellen zwischen der Fehleinschätzung der Eltern und einem erhöhten Körpergewicht (Body Mass Index, BMI) ihrer Kinder.

Wichtig sei, dass Eltern über den Zuckergehalt von Lebensmitteln und Getränken Bescheid wüssten, so die Autoren. Nur so könnten sie den kindlichen Zuckerkonsum steuern und eine gesunde Ernährung bieten. Transparente und verständliche Lebensmittelkennzeichnung könne demnach ein erster Schritt sein, die Eltern bei der Auswahl gesünderer Lebensmittel zu unterstützen.

Quellen:

Dallacker, M. et al.: Parents’ considerable underestimation of sugar and their child’s risk of overweight. In: International Journal of obesity, 2018, doi.org/10.1038/s41366-018-0021-5 

 

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung: Eltern unterschätzen den Zuckergehalt von Nahrungsmitteln, Pressemitteilung vom 26.02.2018 (letzter Abruf: 01.03.2018) 


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