Ernährung

Weniger Gluten – höheres Diabetes-Risiko?

07. Sep 2018

Eine Ernährung mit wenig Gluten kann das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen, hauptsächlich dann, wenn der Ballaststoffgehalt der Lebensmittel gering ist. Hinweise auf diese Zusammenhänge gibt die gemeinsame Auswertung von drei großen amerikanischen Beobachtungsstudien, welche im Fachjournal ‚Diabetologia‘ veröffentlicht wurde.

Vollkornbrot

© Erwin Wodicka / Fotolia

Glutenfreie Lebensmittel liegen derzeit auch bei Menschen ohne Zöliakie im Trend – als Bestandteile einer vermeintlich gesunden Ernährung. Eine wissenschaftliche Bestätigung gibt es hierfür nicht.    

Drei große Beobachtungsstudien aus den USA dokumentierten die Ernährungsgewohnheiten von rund 200.000 Personen über einen Zeitraum von 20 bis 28 Jahren:

  • Im Durchschnitt nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stabil zwischen zwei und zwölf Gramm Gluten pro Tag zu sich.
  • Als glutenhaltige Lebensmittel verzehrten sie hauptsächlich Nudeln,  Vollkornbrot, Müsli, Pizza, Weißbrot und Backwaren aus Weizen.
  • Menschen mit einem höheren Anteil an Gluten in der Nahrung ernährten sich insgesamt gesünder als die Personen mit einer glutenreduzierten Kost.

Diabetes: erhöhtes Risiko durch glutenarme Kost

Eine Auswertung zeigte, dass eine glutenfreie Ernährung auch Gesundheitsrisiken mit sich bringen kann – zumindest was Diabetes vom Typ-2 betrifft. Insgesamt entwickelten acht Prozent (15.947 Personen) aller Studienteilnehmer im Beobachtungszeitraum Diabetes vom Typ-2.

  • Je weniger Gluten die Studienteilnehmer und –teilnehmerinnen zu sich nahmen, desto häufiger entwickelten sie Typ-2-Diabetes.
  • Eine vermehrte Aufnahme von Ballaststoffen wirkte dabei dem Diabetesrisiko entgegen.

Fazit der Autoren: eine glutenarme Ernährung geht häufig mit einer zu geringen Aufnahme von Ballaststoffen einher, da beispielsweise auch auf Vollkornbrot verzichtet wird. Dies kann gesundheitliche Folgen haben und unter anderem zu einem erhöhten Typ-2-Diabetesrisiko beitragen.

Ballaststoffe, wie sie zum Beispiel in Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen enthalten sind, werden vom Körper nahezu unverändert wieder ausgeschieden. Sie bewirken, dass Kohlenhydrate aus dem Darm langsamer ins Blut übergehen. Der Blutzuckerspiegel steigt also nach dem Essen nicht so schnell an. Außerdem fördern sie die Verdauung und beugen Verstopfung vor.

 

Quellen:

Zong, G. et al.: Gluten intake and risk of type 2 diabetes in three large prospective cohort studies of US men and women. In: Diabetologia, 2018, 61: 2164. 

Aerztezeitung.de: Erhöhtes Diabetesrisiko bei Gluten-Verzicht. Artikel vom 31.08.2018 (letzter Abruf: 05.09.2018)


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