Folgeerkrankungen

Weniger Amputationen trotz steigender Diabetes-Zahlen

05. Jul 2018

Es gibt immer mehr Menschen mit Diabetes in Deutschland – dennoch sinkt die Zahl der Bein- oder Fuß-Amputationen, die als Folge der Zuckerkrankheit durchgeführt werden müssen. Dies zeigt eine Auswertung von Krankenkassendaten, die unter Federführung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) durchgeführt wurde.

Mann mit Beinprothese

© Natalie Schorr - Fotolia

Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann zu einer Nervenschädigung (diabetische Neuropathie)  führen und infolgedessen Schmerzen, Empfindungs- und Wundheilungsstörungen an den Extremitäten nach sich ziehen. Bleiben diese Beschwerden unbehandelt, kann sich ein diabetischer Fuß mit chronischen Entzündungen und absterbendem Gewebe entwickeln. Im schlimmsten Fall kann ein diabetischer Fuß Amputationen von Zehen, des ganzen Fußes oder sogar des Beines nötig machen.

Diabetes als Hauptursache für Amputationen

Mit dem Ziel, die Entwicklung der Amputationsrate bei Menschen mit oder ohne Diabetes (Typ-1-Diabetes oder Typ-2-Diabetes) in Deutschland genauer zu untersuchen, hat ein Wissenschaftlerteam Krankenkassendaten von rund 34 Millionen Versicherten ausgewertet – dies entspricht etwa 40 Prozent der deutschen Bevölkerung. Der Beobachtungszeitraum umfasst die Jahre 2008 bis 2012. Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Insgesamt mussten sich im Beobachtungszeitraum rund 108.000 Versicherte mindestens einer Amputation an den unteren Extremitäten unterziehen.
  • Bei knapp 78.000 Männern und Frauen handelte es sich dabei um kleinere Amputationen unterhalb des Sprunggelenks, bei über 45.000 Personen jedoch um eine Amputation des kompletten Beins.
  • Der größte Teil der Betroffenen – etwa zwei Drittel – hatten Typ-1-oder Typ-2-Diabetes.
    22 Prozent dieser Gruppe hatten vor der Amputation noch keine antidiabetischen Medikamente eingenommen.

Gutes Diabetesmanagement zeigt Erfolge

Die gute Nachricht: Die Auswertung ergab, dass bei Menschen mit Diabetes im Beobachtungszeitraum die Amputationsrate von Jahr zu Jahr um vier Prozent sank; bei den Amputationen des ganzen Beins war sogar ein Rückgang um neun Prozent pro Jahr zu verzeichnen. Bei Menschen ohne Diabetes blieben die  Zahlen unverändert.

Die Autoren sehen die Ergebnisse als Hinweis darauf, dass über die letzten Jahre in Deutschland mehr Menschen mit Diabetes von einem strukturierten Diabetes-Management und einer verbesserten Versorgung bei diabetischem Fußsyndrom profitieren. Je besser die Einstellung des Blutzuckers, desto geringer ist das Risiko für Folgeerkrankungen, die Amputationen nötig machen.

 

Quellen:

Claessen, H. et al.:  Lower-extremity amputations in people with and without diabetes in Germany. In: Clinical Epidemiology 2018; 10:475-488.

Deutsches Diabetes Zentrum (DDZ) Düsseldorf: Spätkomplikationen: Weniger Amputationen der unteren Extremität bei Menschen mit Diabetes in den letzten Jahren. Pressemitteilung vom 17.5.2018 (letzter Abruf: 4.7.2018) 


zum Seitenanfang
Druckversion

Wir verwenden Cookies um Ihnen den Besuch der Webseite so angenehm wie möglich zu machen. Wir benötigen Cookies um die Dienste ständig zu verbessern, bestimmte Features zu ermöglichen und wenn wir Dienste bzw. Inhalte Dritter einbetten, wie beispielsweise den Videoplayer. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Wir verwenden unterschiedliche Arten von Cookies. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Cookie-Einstellungen zu personalisieren:

Einstellung anzeigen.
In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen.

Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.