Diabetes-Kosten

USA: Geld sparen - Insulin reduzieren?

18. Dez 2018

Jede vierte Person mit Diabetes senkt hin und wieder die Insulindosis, um Kosten zu sparen. Das ergab eine Umfrage an einer US-amerikanischen Klinik durch ein Wissenschaftlerteam der Universität Yale. In USA haben sich die Kosten für Insulin in den letzten zehn Jahren verdreifacht – für Patienten mit unzureichender Krankenversicherung eine große finanzielle Belastung.

Steigende Gesundheitskosten in den USA

© Schlierner / Fotolia

Die Forschenden befragten 199 Menschen mit Typ-1- oder Typ-2- Diabetes, die am Diabeteszentrum der Yale School of Medicine in New Haven/Connecticut behandelt wurden. 51 Personen (26 Prozent) gaben an, gelegentlich weniger Insulin zu spritzen als verordnet. Manche streckten die Insulindosis, spritzten kleinere Mengen Insulin oder lösten Rezepte nicht ein.

In der Gruppe der Menschen, die von Zeit zu Zeit am Insulin sparten, waren mehr Patienten mit schlecht eingestellten Blutzuckerwerten (43 Prozent) als in der Gruppe, die der ärztlichen Verordnung folgte (28 Prozent).

Menschen mit Typ-2-Diabetes können zum Teil auf antidiabetische Medikamente ausweichen – wobei diese meist ähnlich teuer sind. Bei Typ-1-Diabetes jedoch gibt es keine Alternative zu Insulin. 

In den USA haben viele Menschen keine oder nur eine unzureichende Krankenversicherung. Diabetes-Patienten müssten dort bis zu 1.000 US-Dollar monatlich aus eigener Tasche zahlen, so die Autoren. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der Eigenanteil umgerechnet etwa 100 US-Dollar.

Die Autoren möchten mit der - wenn auch sehr kleinen - Studie deutlich machen, wie wichtig gerade bei Insulin eine vernünftige Preispolitik ist, um die Sicherheit der Patienten zu schützen.

Quellen:

Herkert, D. et al.: Cost-Related Insulin Underuse Among Patients With Diabetes. In: JAMA Intern Med, 2018, doi: 10.1001/jamainternmed.2018.5008. [Epub ahead of print]

Aerzteblatt.de: Viele Diabetiker müssen in den USA beim Insulin sparen. Meldung vom 4. Dezember 2018 


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