Prävention

Studienprogramm zur Früherkennung und Vorbeugung von Typ-1-Diabetes startet

20. Okt 2017

Mit der Freder1k-Studie wird allen Eltern in Bayern ab sofort eine freiwillige Früherkennungsuntersuchung für ihre Neugeborenen bis zum Alter von vier Monaten angeboten. Ergibt der Test ein erhöhtes Risiko, an Typ-1-Diabetes zu erkranken, kann das Kind an einer Präventionsstudie teilnehmen. Deren Ziel ist es, den Ausbruch der Erkrankung zu verhindern.

Studienprogramm zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes © Helmholtz Zentrum München

© Helmholtz Zentrum München

Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter, in Deutschland sind zwischen 21.000 und 24.000 Kinder und Jugendliche betroffen. Die Rate der Neuerkrankungen steigt seit einigen Jahren deutlich an, derzeit um jährlich drei bis fünf Prozent. Typ-1-Diabetes entwickelt sich schleichend: Bevor die ersten Symptome auftreten, attackiert das kindliche Immunsystem körpereigene Strukturen. Forschungsergebnisse der letzten Jahre geben Anlass zu der Hoffnung, dass sich diese Autoimmunreaktion und somit die Erkrankung an Typ-1-Diabetes im Baby- und Kleinkindalter verhindern lässt.

Risiko frühzeitig erkennen – Ausbruch von Typ-1-Diabetes verhindern

Die Freder1k-Studie, die ab sofort in Bayern beginnt, soll die Kinder identifizieren, die davon profitieren könnten. Freder1k bietet Eltern die Möglichkeit, ihr Kind zusammen mit dem regulären Neugeborenen-Screening oder bis zum Alter von vier Monaten beim Kinderarzt auf das Risiko, Typ-1-Diabetes zu entwickeln, untersuchen zu lassen. Ebenfalls teilnehmen können Babys aus ganz Deutschland, deren Eltern oder Geschwister Typ-1-Diabetes haben. Für die Untersuchung benötigt der Arzt nur wenige Tropfen Blut. Ergibt sich beim Test ein erhöhtes Risiko, erhält die Familie eine umfassende Betreuung. Zudem kann das Kind in eine Studie mit dem Ziel der Prävention von Typ-1-Diabetes aufgenommen werden.

Die Studie wird vom Helmholtz Zentrum München in Zusammenarbeit mit dem Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München durchgeführt. Der Berufsverband der bayerischen Kinder- und Jugendärzte, die Bayerische Landesapothekerkammer und das WIPIG (Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen) unterstützen die Initiative. Deutschland ist mit Freder1k internationaler Vorreiter. In den kommenden Monaten steigen Kliniken und Ärzte in Schweden, Polen, Belgien und Großbritannien ebenfalls mit ein. Es handelt sich um eines der größten von akademischen Institutionen initiierten Studienprogramme in Europa.

Quelle:

Helmholtz Zentrum München, Pressemitteilung vom 18.10.2017


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