Langzeituntersuchung

Schwangerschaftsdiabetes: Folgen für Mutter und Kind

18. Sep 2018

Ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes erhöht langfristig das Risiko für Diabetes vom Typ-2 für die Mutter und kann zudem Gewichtsprobleme für das Kind mit sich bringen. Dies bestätigte eine Langzeituntersuchung, deren Ergebnisse im US-amerikanischen Ärzteblatt ‚JAMA‘ veröffentlicht wurden.

Schwangere Frau misst Blutzucker

© baka32 / Fotolia

Eine der wichtigsten Datenquellen zur Untersuchung des Schwangerschaftsdiabetes (auch Gestationsdiabetes genannt) ist die vor zehn Jahren publizierte amerikanische HAPO-Studie (Hyperglycemia and Adverse Pregnancy Outcome), an welcher weltweit rund 25.000 schwangere Frauen teilnahmen.  Ein Forscherteam führte nun eine Nachuntersuchung durch von circa 4.700 Studienteilnehmerinnen der HAPO-Studie und circa 4.800 damals geborenen Kindern. Die Kinder waren inzwischen im Durchschnitt 11,4 Jahre alt.

Dabei zeigte sich:

  • Von 508 Frauen, welche die Kriterien für einen Schwangerschaftsdiabetes erfüllten,  entwickelten 39,4 Prozent einen Prädiabetes und 7,9 Prozent Typ-2-Diabetes. Die Gesamthäufigkeit von Stoffwechselstörungen lag damit bei 47,3 Prozent.
  • Von 3.945 Frauen ohne Gestationsdiabetes erkrankten 18,5 Prozent an Prädiabetes und 1,6 Prozent an Typ-2-Diabetes. Die Gesamthäufigkeit lag damit bei nur 20,1 Prozent.

Schwangerschaftsdiabetes: Risiko für Übergewicht bei den Kindern

Leidet die Mutter unter Schwangerschaftsdiabetes, kommen die Kinder häufig mit einem erhöhten Geburtsgewicht zur Welt.  Auch später werden sie im Vergleich zu Kindern aus Schwangerschaften ohne erhöhte Blutzuckerwerte häufiger übergewichtig oder haben ein höheres Risiko,  selbst Typ-2-Diabetes zu entwickeln. In der Langzeituntersuchung der HAPO-Kinder waren 36,8 Prozent der Kinder von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes übergewichtig oder adipös. War die Mutter nicht an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt, lag der Anteil nur bei 28,6 Prozent.  

Aus den Daten lässt sich nicht herauslesen, welchen Einfluss eine Kontrolle des erhöhten Blutzuckers (beispielsweise durch Insulin) bei Schwangerschaftsdiabetes hatte. Die meisten Diabetologen und Frauenärzte dürften sich jedoch einig sein, dass eine gute Blutzuckerkontrolle während der Schwangerschaft Spätfolgen für Mütter und Kinder verhindern kann.

Quellen:

Lowe Jr, W.L. et al.: Association of Gestational Diabetes With Maternal Disorders of Glucose Metabolism and Childhood Adiposity. In: JAMA, 2018, 320(10):1005-1016.

Aerzteblatt.de: Späte Nachwehen eines unbehandelten Gestationsdiabetes treffen Mutter und Kind. Artikel vom 12.09.2018 (letzter Abruf: 17.09.2018)

 

 


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