Metabolisches Syndrom

Schutzmechanismus aufgeklärt

02. Jun 2016

Das Hormon Adiponektin kann den Körper vor Störungen im Fettstoffwechsel und Folgeerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck schützen. Deutsche Wissenschaftler konnten nun einen Signalweg identifizieren, der die Produktion dieses Hormons ankurbelt.

Forscher klären Mechanismus bei metabolischem Syndrom

Quelle: Fotolia / Viktor Cap

Das metabolische Syndrom beschreibt die körperlichen Folgen eines ungesunden Lebensstils, bei dem zu viele Kalorien aufgenommen und zu wenige verbraucht werden. Das führt nicht nur dazu, dass diese Menschen immer dicker werden, sondern oft auch unter Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Fettstoffwechselstörungen leiden.

Um in dieser Situation gegenzusteuern kann das Fettgewebe das Hormon Adiponektin ausschütten. Zusammen mit anderen Hormonen wie etwa Leptin steuert es das Hungergefühl und somit auch die Nahrungsaufnahme. Zudem kann es die Wirkung von Insulin an den Fettzellen beeinflussen und den Körper stimulieren, aufgenommenes Fett abzubauen. Umgekehrt erhöht ein niedriger Spiegel von Adiponektin im Zusammenspiel mit genetischen Faktoren das Risiko für Diabetes und führt zugleich oft schon lange vor der Entdeckung der Zuckerkrankheit zu Gefäßschädigungen.

Doch wie könnte man die Wirkung von Adiponektin künftig therapeutisch nutzen? In einer neuen Studie hat ein Forscherteam nun gezeigt, dass ein zelluläres Signal aus dem sogenannten PI3K-Weg dazu im Stande ist, die Produktion des Hormons in Gang zu setzen. Um das zu erforschen, setzten die Wissenschaftler Mäuse ein, bei denen eine Komponente des Signalwegs, das Gen GSK3, verändert war und verglichen sie mit normalen Artgenossen.

Beide erhielten eine fettreiche Ernährung. Anschließend bestimmten die Forscher das Körpergewicht und einige Blutwerte, wie den Blutzuckerwert und den Cholesterinspiegel. Dabei zeigte sich, dass der veränderte Signalweg trotz der kalorienreichen Ernährung vor den Anzeichen eines metabolischen Syndroms schützt.

Die Erkenntnis der Forscher ist, dass es an dieser Stelle möglich ist, die Produktion von Adiponektin gezielt zu beeinflussen. Künftig hoffen sie so auch therapeutisch in den Stoffwechsel von Patienten eingreifen zu können. 

 

Quellen:
Hong, C. et al.: PI3K-resistant GSK3 controls Adiponektin formation and protects from metabolic syndrome. IN: PNAS, 2016, doi: 10.1073/pnas.1601355113

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Pressemitteilung: Diabetes und Herzprobleme: Forscher beschreiben Signalweg, der vor metabolischem Syndrom schützt, 11. Mai 2016  

Weitere Informationen:
Das passiert beim Metabolischen Syndrom

Aktuelle Forschungsansätze gegen das Metabolische Syndrom


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