Prävention

Schützt eine Rotaviren-Impfung vor Typ-1-Diabetes?

01. Mär 2019

Eine Schluckimpfung gegen Rotaviren, die eine der häufigsten Ursachen für Durchfälle und Erbrechen bei Kindern sind, kann möglicherweise Diabetesfälle des Typ-1 verhindern. Darauf weisen aktuelle Daten aus Australien hin. Die Studie wurde im Fachmagazin ‚JAMA Paediatrics‘ veröffentlicht.

Impfheft mit Standardimpfungen

© VRD / Fotolia

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung der Bauchspeicheldrüse, bei der nur noch wenig oder gar kein Insulin mehr vom Körper produziert wird. Neben erblichen Faktoren scheinen wohl auch Umwelteinflüsse eine Rolle zu spielen. Ein Zusammenhang zwischen einer Rotaviren-Infektion und dem Auftreten von Typ-1-Diabetes wird von Forschenden schon länger vermutet. Im Tiermodell zeigte sich, dass Rotaviren der Bauchspeicheldrüse schaden. Im Umkehrschluss müsste eine Impfung einen schützenden Effekt haben, vermutet das australische Wissenschaftlerteam. Noch ist unklar, ob die Viren ebenfalls Einfluss auf die menschliche Bauchspeicheldrüse nehmen.

Einfluss auf Gesamtzahl der Typ-1-Diabetes-Fälle bleibt gering

Ihre Hypothese überprüfte die Arbeitsgruppe nun anhand der Erkrankungszahlen vor und nach der Einführung des landesweiten Impfprogramms in Australien im Jahr 2007. Babys im Alter zwischen zwei und vier Monaten erhalten demnach standardmäßig eine Impfung gegen Rotaviren. In Deutschland gehört die Schluckimpfung seit 2013 zu den Standardimpfungen.

Die Forschenden berichten, dass die Rate an Kindern mit Typ-1-Diabetes seit Einführung der Impfung konstant blieb und in einigen Regionen sogar zurückgegangen ist: So sank die Zahl der an Typ-1-Diabetes neu erkrankten Kinder im Alter bis vier Jahre um 14 Prozent. Bei Kindern zwischen vier und 14 Jahren konnten sie keinen signifikanten Rückgang der Typ-1-Diabetes-Fälle beobachten, was nahelegt, dass nur jüngere Kinder einem schützenden Effekt ausgesetzt waren. Einen ursächlichen Zusammenhang beweisen diese Daten aber nicht, räumen die Studienautoren ein. Es könnte auch sein, dass sich der Erkrankungszeitpunkt des Typ-1-Diabetes nur nach hinten verschiebt oder andere Virusinfektionen die Entstehung bei entsprechender Veranlagung anstoßen. Weitere Untersuchungen sollen nun Gewissheit bringen.

Quellen:

Aerzteblatt.de: Rotaviren-Impfung könnte vor einem Typ-1-Diabetes schützen. (Letzter Abruf: 27.02.2019)

Perrett, K. P. et al.: Association of Rotavirus Vaccination With the Incidence of Type 1 Diabetes in Children. In. JAMA Pediatrics (2019), doi:10.1001/jamapediatrics.2018.4578 


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