Diagnostik

Nichtalkoholische Fettleber: neue Ansätze für Diagnose und Behandlung

04. Sep 2018

Fast jeder dritte Erwachsene in den Industrieländern leidet an einer nichtalkoholischen Fettleber. Damit erhöht sich das Risiko für Komplikationen wie Leberzirrhose, Leberkrebs, Typ-2-Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfälle. Ein Artikel in ‚The Lancet Diabetes & Endocrinology‘ fasst aktuelle Forschungsergebnisse zusammen und zeigt, wie dieses Wissen künftig für eine gezielte Behandlung der Betroffenen genutzt werden kann.

Hände, die schützend eine stilisierte Leber tragen

© natali_mis / fotolia

Immer mehr Erwachsene, aber auch etwa 34 Prozent der schwer übergewichtigen (adipösen) Kinder, leiden an einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (engl. non-alcoholic fatty liver disease, NAFLD). Eine ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung und viel fettem sowie zucker- und fruchtzuckerhaltigem Essen kann eine Ursache dafür sein. Auch die genetische Vorbelastung spielt eine Rolle. Die nichtalkoholische Fettleber kann zu verschiedenen Komplikationen führen wie schweren Leberschädigungen, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. Eine genetisch bedingte Fettleber erhöht auch das Risiko für Leberfibrose und Leberkrebs.

Verbesserte Fettleber-Diagnostik

Für die folgenden Gruppen ist nach Meinung der Autoren eine Untersuchung auf eine Fettleber durch Ultraschall, eine Risikoanalyse anhand einfacher Indizes oder eine spezielle Kernspintomografie  (MRI) bei Spezialisten sinnvoll:

Personen mit

Therapie: Mehr Bewegung und gesunde Ernährung

Mit einer Änderung des persönlichen Lebensstils hin zu mehr Bewegung im Alltag und gesunder Ernährung lassen sich oft positive Effekte erzielen:

  • Eine Abnahme von etwa fünf Prozent Gewicht reduziert den Fettgehalt in der Leber um bis zu 30 Prozent.
  • Um das Risiko für Leberentzündungen und -fibrosen zu verringern, bedarf es jedoch eines Gewichtsverlustes von im Schnitt etwa zehn Prozent.

Nach Einschätzung der Autoren wird es in Zukunft möglich sein, aufgrund des größeren Wissens über das Krankheitsbild der Fettleber bei Risikopersonen vorbeugend einzugreifen. Eine gezielte Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung der Fettleber rückt in greifbare Nähe. Betroffene können individuelle Empfehlungen für Lebensstiländerungen bekommen. 

Quellen:

Norbert Stefan, Hans-Ulrich Häring, Kenneth Cusi. Non-alcoholic fatty liver disease: causes, cardiometabolic consequences, and treatment strategies. The Lancet Diabetes & Endocrinology 2018, DOI: 10.1016/S2213-8587

Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD): Fettleber diagnostizieren und personalisiert behandeln. Pressemitteilung vom 31.08.2018 (letzter Abruf: 03.09.2018)


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