Metabolisches Syndrom

Nichtalkoholische Fettleber: Lieber Fisch als Fleisch

27. Mär 2018

Der Verzehr großer Mengen von rotem und verarbeitetem Fleisch erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine nichtalkoholische Fettleber und eine Insulinresistenz. Das geht aus einer aktuellen Arbeit im ‚Journal of Hepatology‘ hervor.

© timolina/Fotolia

Der aktuelle Monatsschwerpunkt beim Diabetesinformationsdienst widmet sich der nichtalkoholischen Fettleber (NAFLD). Sie steht in enger Beziehung mit dem sogenannten Metabolischen Syndrom, ist oftmals aber kein unabwendbares Schicksal: Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung kann der Fettleber entgegenwirken. Einer aktuellen israelischen Studie zufolge könnte es zudem sinnvoll sein, auf zu viel rotes und verarbeitetes Fleisch zu verzichten.

Um den Zusammenhang zwischen Fleischart beziehungsweise Kochmethode und NAFLD beziehungsweise Insulinresistenz zu untersuchen, führten die Autorinnen und Autoren zwischen 2013 und 2015 eine Querschnittsstudie bei Personen im Alter von 40 bis 70 Jahren in Tel Aviv durch. NAFLD und Insulinresistenz beurteilten sie mittels Ultraschall und Berechnungen über das sogenannten Homöostasemodell (HOMA). Fleischkonsum und Kochmethoden wurden jeweils anhand von detaillierten Fragebögen erfasst. Als ungesunde Kochmethoden wurde starkes Braten, Frittieren oder Grillen definiert, da hierbei heterozyklische Amine (HCAs) entstehen, die entzündungsfördernd wirken. Auch die aufgenommene HCA-Menge berechneten die Forscher.

Nachdem einige der Teilnehmer aufgrund von Faktoren wie viraler Lebererkrankung und Alkoholmissbrauch ausgeschlossen worden waren, blieben knapp 800 Personen in die Hauptanalyse übrig. 357 davon hatten auch den Fleischfragebogen ausgefüllt. NAFLD wurde bei 38,7 Prozent der Teilnehmer und Insulinresistenz bei 30,5 Prozent diagnostiziert.

Fleischart und -zubereitung beeinflussen Krankheitswahrscheinlichkeit

Der anschließende Abgleich der Krankheitsbilder mit den Essgewohnheiten ergab, dass ein hoher Verzehr von rotem und ungesund verarbeitetem Fleisch mit NAFLD und Insulinresistenz verbunden ist. Die Ergebnisse waren unabhängig von anderen Risikofaktoren wie dem Body-Mass-Index (BMI) oder der Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und Cholesterin. Darüber hinaus war die Wahrscheinlichkeit für eine Insulinresistenz bei NAFLD-Patienten, die hohe Mengen HCAs konsumierten, erhöht.

Die Autoren möchten diese Daten nun in einer weiteren Studie erhärten, die konkret auf diese Fragestellung hin aufgesetzt wird (prospektive Studie). Sollten sich der Zusammenhang bestätigen, werben sie dafür, die Ergebnisse vor allem im Rahmen der Stoffwechsel-Prävention zu beachten, wenn sogenannte Low-Carb-Diäten verordnet werden. Denn diese Form von Ernährungsumstellung kann entsprechend reich an tierischem Eiweiß, insbesondere Fleisch, sein. Nach den aktuellen Ergebnissen sollte dann genau abgewogen werden, welches Fleisch mit welcher Garmethode konsumiert wird.

Ein kompletter Verzicht sei aber auch keine Lösung, so die Autoren: Gesundheitsfördernde Nährstoffe aus dem Fleisch wie Eiweiß, Eisen, Zink und Vitamin B12 seien sehr wertvoll. Sie empfehlen ein gesundes Maß sowie die Berücksichtigung von Alternativen wie Geflügel oder Fisch und gesunde Verarbeitungsformen wie Dämpfen oder Kochen.

 

Quellen:
Zelber-Sagi, S. et al.: High red and processed meat consumption is associated with non-alcoholic fatty liver disease and insulin resistance. In: Journal of Hepatology, 2018, DOI: 10.1016/j.jhep.2018.01.015

Elsevier: High consumption of red and processed meat linked to non-alcoholic fatty liver disease and insulin resistance. Pressemitteilung vom 20. März 2018


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