Lebensmittelkennzeichnung

Mit Signalfarben gegen hohen Süßgetränkekonsum?

18. Jun 2019

Maßnahmen wie Ampel-Kennzeichnungen von Lebensmitteln, Preiserhöhungen auf Softdrinks, oder das Aufstellen von Wasserspendern an Schulen könnten helfen, den Süßgetränkekonsum wirksam zu reduzieren. Das fand das Wissenschaftsnetzwerk Cochrane in einer Übersichtsstudie heraus.

Süßgetränkedosen und Zuckerwürfel

© airborne77 / Fotolia

Süßgetränke wie Limonaden oder Energy Drinks fördern die Gewichtszunahme und erhöhen das Risiko, an Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Karies zu erkranken. Daher fordern internationale und nationale Fachgesellschaften schon seit geraumer Zeit ihren Konsum einzudämmen.

Die Ergebnisse des Cochrane-Teams basieren auf 58 Studien aus 14 Ländern und mehr als einer Million Teilnehmenden. Die Forschenden konzentrierten sich dabei auf alle Ansätze, die auf Umgebungsfaktoren wie z. B. den Preisen, der Verfügbarkeit oder die Kennzeichnung (Labelling) von Getränken abzielen. Süßgetränkesteuern wurden nicht untersucht. Sie sind Gegenstand einer separaten Cochrane-Übersichtsstudie.

Farbliche Nährwertkennzeichnung besonders vielversprechend

Insbesondere stellten sich folgende Maßnahmen als wirksam heraus, um den Verzehr von Süßgetränken zu verringern: 

  • Einfach verständliche Kennzeichnung von Getränken und Lebensmitteln, etwa mit Ampelfarben.
  • Preiserhöhungen auf Süßgetränke in Restaurants, Läden oder Freizeiteinrichtungen.
  • Verringerung des Angebots von Süßgetränken in Schulen durch das Aufstellen von Wasserspendern.
  • Zu Kindermenüs in Restaurantketten standardmäßig statt eines Süßgetränks ein gesünderes Getränk anbieten.
  • Gesündere Getränke in Supermärkten besser als bislang platzieren.
  • Lebensmittelmarken für Bedürftige einführen, mit denen Obst und Gemüse, nicht jedoch Süßgetränke vergünstigt erworben werden können.

Die Übersichtsstudie zeige laut Studienautoren, dass eine Kennzeichnung von Lebensmitteln und Getränken in Ampelfarben einfach verständlich und besonders vielversprechend sei. Ein Beispiel dafür sei das bereits in mehreren europäischen Ländern genutzte Nutriscore-System. Es bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe in eine Bewertung ein. Angegeben wird dann ein einziger Wert auf einer fünfstufigen Farbskala von einem dunkelgrünen A (günstige Nährstoffzusammensetzung) bis zu einem roten E (weniger günstige Nährstoffzusammensetzung).

Quellen:

von Philipsborn, P. et al.: Environmental interventions to reduce the consumption of sugar-sweetened beverages and their effects on health. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2019, doi.org/10.1002/14651858.CD012292.pub2

Cochrane Deutschland: Süßgetränke: Cochrane-Review zu Präventionsmaßnahmen veröffentlicht. Artikel vom 11. Juni 2019 


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