Prävention

Mäßig – aber regelmäßig: Bewegung in der Schwangerschaft

18. Mai 2018

Regelmäßige Bewegung senkt bei übergewichtigen Schwangeren das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, so das Ergebnis einer chinesischen Studie, die im 'American Journal of Obstetrics & Gynecology' veröffentlicht wurde.

Schwangere mit Yogamatte und Wasserflasche

© Igor Butseroga - Fotolia

In Deutschland entwickeln derzeit über fünf Prozent der werdenden Mütter Schwangerschaftsdiabetes. Wie auch bei Typ-2-Diabetes steigen die Zahlen: Dies mag unter anderem daran liegen, dass die Frauen bei Eintritt der Schwangerschaft heute im Durchschnitt älter sind als früher und immer häufiger bereits vor der Schwangerschaft übergewichtig sind.

Ein chinesisches Forscherteam untersuchte in einer kontrollierten Studie, wie sich regelmäßige Bewegung ab der 13. Schwangerschaftswoche auf das Diabetesrisiko auswirkt. Dazu teilten sie 300 schwangere, übergewichtige Studienteilnehmerinnen nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen ein:

  • Die Bewegungs-Gruppe absolvierte dreimal pro Woche ein je halbstündiges Training auf dem Fahrrad-Ergometer. Die Intensität wurde dabei so gewählt, dass die Frauen sich während des Trainings noch gut unterhalten konnten.
  • Die Kontroll-Gruppe ging weiterhin ihren normalen täglichen Aktivitäten nach.

Alle Frauen wurden über gesundes Verhalten aufgeklärt; keine der beiden Gruppen erhielt eine spezielle Ernährungsberatung. 

Von Bewegung profitieren Mutter und Kind

Am Studienende zeigten sich mehrere positive Effekte des Bewegungstrainings:

  • Schwangerschaftsdiabetes trat in der Sportgruppe nur bei 22 Prozent der Frauen auf, und damit wesentlich seltener als in der Kontrollgruppe. Hier entwickelten 40,6 Prozent Schwangerschaftsdiabetes.
  • Die Frauen der Sportgruppe nahmen im Verlauf der Schwangerschaft weniger an Gewicht zu (durchschnittlich 8,4 Kilogramm) als die Kontrollgruppe (durchschnittlich 10,5 Kilogramm).
  • Die Sportgruppe wies eine geringere Insulinresistenz auf. 
  • Das Geburtsgewicht der Neugeborenen war geringer bei den Müttern der Sportgruppe (im Mittel 3,35 Kilogramm im Vergleich zu 3,46 Kilogramm).
  • In der Sportgruppe lag der Anteil außergewöhnlich großer Kinder nur bei 14,3 Prozent im Vergleich zu 22,8 Prozent in der Vergleichsgruppe. 

Das Training hatte keinen Einfluss auf die durchschnittliche Länge der Schwangerschaften und führte nicht zu einer erhöhten Rate an Frühgeburten.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Motivation zu regelmäßiger Bewegung während der Schwangerschaft ein wichtiger Bestandteil der Schwangeren-Beratung sein sollte und viele Vorteile für Mutter und Kind mit sich bringt, ohne das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen zu erhöhen.

Quellen:

Wang, C. et al.: A randomized clinical trial of exercise during pregnancy to prevent gestational diabetes mellitus and improve pregnancy outcome in overweight and obese pregnant women. In: Am J Obstr Gynecol, 2017, 216:340.

Aerztezeitung.de: Schwanger und Diabetes: Prävention erspart aufwändige Therapie bei Gestationsdiabetes. Artikel vom 8.5.2018 (letzter Abruf: 17.5.2018) 

Kleinwechter, H.: Vortrag zum Thema Schwangerschaft und Diabetes, DDG Diabetes Update 03/2018


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