Liraglutid reduziert Herzkreislauferkrankungen

21. Jun 2016

Patienten mit Typ-2-Diabetes können doppelt vom Medikament Liraglutid profitieren: zum einen senkt es den Blutzucker, zum anderen das kardiovaskuläre Risiko. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die im Fachjournal ‚New England Journal of Medicine‘ veröffentlicht und auf dem Kongress der US-amerikanischen Diabetes-Gesellschaft vorgestellt wurde.

Liraglutid

Das Medikament Liraglutid wird unter die Haut gespritzt. Quelle: Fotolia / Zarathustra

Teilnehmer der Studie waren 9340 Hochrisiko-Patienten mit Typ-2-Diabetes. Sie wurden im Rahmen einer internationalen Studie untersucht, an der insgesamt 700 Institutionen aus 32 Ländern teilnahmen. Die Patienten erhielten zusätzlich zu ihrer konventionellen Therapie entweder das Medikament Liraglutid oder ein Scheinmedikament (Placebo).

Bei Liraglutid handelt es sich um einen Wirkstoff aus der Gruppe der GLP-1-Analoga, die unter die Haut injiziert werden. Es stimuliert die Ausschüttung von Insulin, vermindert dessen Gegenspieler Glukagon und reduziert das Hungergefühl.

Bei der Auswertung der Daten, die über fast vier Jahre erhoben worden waren, stellten die Wissenschaftler neben leicht verbesserten Blutzuckerwerten (HbA1c-Wert  0,4 Prozentpunkte niedriger) fest, dass vor allem das Risiko für Herzkreislauferkrankungen wie einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt abnahm. Entsprechend zählten die Forscher 22 Prozent weniger herzkreislaufbedingte Todesfälle und eine im Allgemeinen um 15 Prozent verringerte Sterblichkeit im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

Darüber hinaus beobachteten die Studienleiter, dass durch Liraglutid die Anzeichen für eine Schädigung der Nieren um 22 Prozent zurückgingen. Ob dies auf direkte Effekte von Liraglutid zurückzuführen ist, muss noch geklärt werden. Die häufigsten Nebenwirkungen, die zu einem Therapieabbruch führten, waren Beschwerden des Magen-Darm-Trakts.

Künftig wollen die Autoren unter anderem herausfinden, ob die Kombination des Wirkstoffs mit dem Medikament Empagliflozin für Hochrisikopatienten einen Zusatznutzen bringt. Letzteres sorgt momentan in Deutschland für Diskussionsstoff unter Experten (der Diabetesinformationsdienst berichtete).

Quellen:
The North Carolina Translational & Clinical Sciences Institute: Diabetes drug lowers risk of cardiovascular complications, kidney disease. Pressemitteilung vom 13. Juni 2016
Aerztezeitung.de: Antidiabetikum sorgt für Aufsehen. 15. Juni 2016

Weitere Infos:
Wie Diabetes das Herz schädigen kann
Nierenschäden bei Diabetes


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