Langfristige intensive Blutzuckerkontrolle senkt Risiko für viele Krankheiten

03. Jul 2015

Eine intensive Kontrolle des Blutzuckerspiegels über viele Jahre kann das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Amputationen bei Typ-2-Diabetes deutlich senken. Zu diesem Ergebnis kommen US-amerikanische Wissenschaftler in einer Studie, die im Fachmagazin ‚New England Journal of Medicine‘ veröffentlicht wurde.

Langfristige intensive Blutzuckerkontrolle senkt Risiko für viele Krankheiten

Quelle: Fotolia.com

Mit einer guten Einstellung des Stoffwechsels von Beginn der Diabetes-Erkrankung an können Betroffene ein Leben führen wie Nicht-Diabetiker. Strukturierte Messungen des Blutzuckers verlangen allerdings ein hohes Maß an Eigenverantwortung seitens der Patienten. Dass sich dieser Aufwand lohnt, wiesen Wissenschaftler um Rodney Hayward von der University of Michigan nun erfolgreich an 1791 Studienteilnehmern mit Typ-2-Diabetes nach. Die Patienten wurden zufällig in zwei Gruppen entweder mit intensiver oder normaler Blutzuckerkontrolle eingeteilt und über zehn Jahre beobachtet.

Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass sich das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche oder eine Amputation bei engmaschiger, dauerhafter Blutzuckerkontrolle um 17 Prozent senken ließ. Laut den Forschern müsse der HbA1C-Wert, ein Maß für den langfristigen Blutzuckerwert, der einen Rückschluss auf die Qualität der Blutzuckereinstellung in den letzten acht bis zwölf Wochen erlaubt, aber nicht auf extrem niedrige Werte abgesenkt werden. Die positiven Langzeiteffekte stellten sich bei einem durchschnittlichen HbA1C-Wert von acht Prozent ein. Allgemein werden für Menschen mit Diabetes HbA1C-Werte zwischen 6,5 und 7,5 Prozent empfohlen.

Den Wissenschaftlern zufolge sei neben der Blutzuckerkontrolle und Absenkung des HbA1C-Wertes aber noch wichtiger, auch andere Herz-Kreislauf-Risikofaktoren zu überwachen. Ist ein Langzeitblutzucker-Wert von etwa acht Prozent erreicht, müsse die Behandlung des Patienten zusammen mit dem Arzt in Abhängigkeit vom Herz-Kreislauf-Risiko, familiärer Vorgeschichte, Alter oder Rauchen individualisiert werden.

Quellen:

Hayward, R. A. et al.: Follow-up of Glycemic Control and Cardiovascular Outcomes in Type 2 Diabetes. In: The New England Journal of Medicine, published online June 4, 2015, DOI 10.1056/NEJMoa141426 

EurekAlert: Years of good blood sugar control helps diabetic hearts, study finds. (Letzter Abruf: 02.07.2015)

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