Risikofaktoren

Kein Zusammenhang zwischen Typ-1-Diabetes und Impfungen

05. Jul 2016

Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter und die Zahlen der betroffenen Kinder steigen ständig an. Die Ursachen für diesen Trend sind immer noch nicht restlos aufgeklärt – unter anderem stehen frühkindliche Impfungen als Auslöser für die Autoimmunerkrankung im Verdacht. Eine aktuelle Untersuchung widerlegt diese These. Ein Zusammenhang zwischen Impfungen und der Entwicklung von Typ-1-Diabetes lässt sich nicht herstellen.

Kein Zusammenhang zwischen Typ-1-Diabetes und Impfungen

© Barbara Pheby - Fotolia.com

Forscher aus dem nordirischen Belfast nahmen die Daten von mehr als 13.000 Kindern mit Typ-1-Diabetes unter die Lupe, welche in 23 verschiedenen Studien gesammelt wurden. Elf Impfungen, darunter gegen Hepatitis B,  Haemophilus influenzae B, Kinderlähmung (Polio) oder Diphterie wurden in die Untersuchung mit einbezogen. Ein Zusammenhang mit dem Auftreten der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes konnte in keinem Fall ermittelt werden. Das Risiko, eine Abstoßungsreaktion gegen die körpereigenen Betazellen oder einen Typ-1-Diabetes zu entwickeln, stieg nach Impfungen nicht an. Dies gilt auch für Impfungen gegen Grippe oder die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Hierzu lagen zwar weniger Studiendaten vor, ein signifikanter Zusammenhang ließ sich jedoch auch hier nicht nachweisen.

Die Zahlen der an Typ-1-Diabetes erkrankten Kinder und Jugendlichen steigen seit Mitte des letzten Jahrhunderts stetig an. Im gleichen Zeitraum wurden in den entwickelten Ländern flächendeckende Impfprogramme zum Schutz der Bevölkerung gegen Infektionskrankheiten eingeführt. Dies hat Spekulationen genährt, ob das kindliche Immunsystem auf die Immunisierung gegen die Krankheitserreger eventuell überreagiert und häufiger Autoimmunerkrankungen ausbildet. Bei Typ-1-Diabetes greift das körpereigene Immunsystem die Insulin-produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse an. Hat die Zerstörung der Betazellen ein gewisses Maß überschritten, bricht die Erkrankung aus und die Patienten sind auf regelmäßige Insulingaben  in Form von Spritzen angewiesen.

Die vorliegende Querschnittsuntersuchung über viele Studien hinweg sei die größte Analyse dieser Art, so die Autoren. Eine Schwäche sei jedoch, dass der Zeitpunkt, zu dem die Kinder geimpft worden wären, nicht immer vergleichbar war. Frühere Studien zeigten Hinweise, dass es einen Unterschied macht, ob man bereits sehr junge Säuglinge impft, oder erst ältere Kleinkinder. Um hierüber endgültig Sicherheit zu gewinnen, werden weitere Untersuchungen nötig sein. 

 

Quellen:

Morgan, E. et al.: Vaccinations and childhood type 1 diabetes mellitus: a meta-analysis of observational studies. In: Diabetologia, 2016, 59: 237-243

Aerztezeitung.de: Impfen führt nicht zu Typ-1-Diabetes. 17.06.2016 (letzter Abruf 04.07.2016) 

 

Weitere Informationen:

Frühe Infektionen als Auslöser für Diabetes

Video-Vortrag "Frühe Diagnose von Typ-1-Diabetes"

Glutenfreie Diät und Gliadin-Impfung gegen Typ-1-Diabetes?

 

 


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