Forschung

Insulin schützt das Gehirn

29. Mär 2019

Das Hormon Insulin unterstützt Nervenzellen dabei, bestimmte Eiweißstoffe zu produzieren, die wichtig für die Gesundheit des Gehirns sind. Einen Erkläransatz liefert eine aktuelle Studie am Tiermodell. Die Forschenden erhoffen sich dadurch ein besseres Verständnis, warum Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für Alzheimer oder Parkinson haben.

Menschliches Gehirn © Siarhei / stock.adobe.com

© Siarhei / stock.adobe.com

Insulin ist im zentralen Nervensystem für die Feinabstimmung der Hirnfunktion verantwortlich. Es beeinflusst beispielsweise die Nahrungsaufnahme oder das Belohnungszentrum. Eine Insulinresistenz führt dazu, dass das Hormon nicht mehr wirkt, obwohl es in ausreichenden Mengen verfügbar ist.

Das Wissenschaftlerteam fand nun heraus, dass Insulin im Gehirn auch dafür sorgt, dass eine Nervenzelle vermehrt Schutzmoleküle herstellt. Sie sind für den Aufbau bestimmter Eiweißstoffe unentbehrlich. Mit ihrer Hilfe kontrolliert Insulin im Hypothalamus – der Hirnregion, die unser Essverhalten steuert – die Funktion der Mitochondrien. Diese produzieren innerhalb einer Zelle die für den Körper lebenswichtige Energie. Fehlen diese Eiweißstoffe können die Mitochondrien und damit auch die Nervenzellen nicht aufgebaut werden. Dies kann verschiedene neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson zur Folge haben.

Insulin sorgt für weniger Hunger und schützende Eiweißstoffe

In der aktuellen Studie beobachteten die Forschenden, dass gesunde Mäuse, die Insulin über die Nase verabreicht bekamen, weniger der angebotenen fettreichen Speisen aßen. Zudem stellten sie fest, dass die Mäuse vermehrt Schutzmoleküle zum Aufbau der Nervenzellen bildeten. Weiter untersuchte das Team diabetische Mäuse, die nicht über körpereigenes Insulin verfügen und Mäuse, die durch eine fettreiche Nahrung resistent gegen Insulin wurden. Beide Gruppen bildeten weniger schützende Eiweißstoffe. Durch die Stimulation mit Insulin normalisierte sich deren Anzahl wieder.

Die Forschenden vermuten, dass neben Insulin auch Nahrungsbestandteile wie Fett den Aufbau der schützenden Eiweißstoffe beeinflussen. Künftig möchten sie nach Nährstoffen suchen, die – ähnlich wie Insulin – positiv auf das Gehirn einwirken und gesundes Altern nachhaltig fördern könnten.

Quellen:
Wardelmann, K. et al.: Insulin action in the brain regulates mitochondrial stress responses and reduces diet-induced weight gain. Molecular Metabolism (2019), doi: doi.org/10.1016/j.molmet.2019.01.001

Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE): Insulin: Schützender Anpassungsmechanismus im Gehirn. Pressemitteilung vom 11.03.2019 


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