Epidemiologie

Großer Informationsbedarf zu Diabetes in Deutschland

24. Aug 2018

Bei gut der Hälfte der Gesamtbevölkerung in Deutschland besteht immer noch ein großer Informationsbedarf über die Krankheit Diabetes mellitus. Besonders in bildungsfernen Schichten ist das Wissen gering – dabei wäre hier Aufklärung besonders notwendig, da gerade bei Typ-2-Diabetes der Lebensstil eine große Rolle spielt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in einer Umfrage repräsentative Daten gesammelt.

Würfel mit Fragezeichen

© vege / Fotolia

Zwar schätzt mehr als die Hälfte der Menschen ohne Diabetes ihr Wissen über das Krankheitsbild Diabetes mellitus sehr gut oder gut ein. In der Abfrage des tatsächlich vorliegenden Wissens zeigte sich jedoch, dass die Menschen sich häufig selbst überschätzen. Dies ergab die repräsentative telefonische Umfrage des RKI, an welcher rund 2.300 Personen ohne und rund 1.500 Personen mit diagnostiziertem Diabetes teilnahmen.

  • Zwei Drittel (66,2 Prozent) der Befragten wissen, dass bei Diabetes zu viel Zucker im Blut ist. Fast ebenso bekannt war, dass die Symptome von Diabetes sich meist schleichend entwickeln (62,6 Prozent).
  • Dass in Deutschland mehr Menschen von Typ-2-Diabetes als von Typ-1-Diabetes betroffen sind, weiß fast die Hälfte aller Befragten (49,6 Prozent).
  • Allerdings ist nur weniger als einem Drittel (31,3 Prozent) der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekannt, dass Diabetes keine Erkrankung der Blutzellen ist. 
  • Nur 26,9 Prozent beantworteten richtig, dass Typ-1-Diabetes nicht nach der Pubertät wieder verschwindet. Dass Typ-1-Diabetes nicht mit Tabletten behandelt werden kann, wissen 17,2 Prozent.

Vertrauenswürdige Information zu Diabetes ist entscheidend  

Insgesamt besteht ein deutlicher Informationsbedarf zum Thema Diabetes, denn Wissen ist eine notwendige Voraussetzung für gesundheitsförderliches Verhalten. Gut die Hälfte der Befragten ohne Diabetes gab an, nur schlecht oder überhaupt nicht informiert zu sein über Themen wie ‚Lebensstilanpassung, Gesundheitsförderung und Prävention‘. Auch Menschen mit hoher Bildung finden es derzeit schwierig, die Vertrauenswürdigkeit von Diabetes-Informationen in den Medien einzuschätzen. Befragte mit Diabetes wünschen sich mehr Informationen zum Thema ‚Behandlung und Therapie‘.

Die Ergebnisse dieser Studie fließen in die Nationale Diabetes-Surveillance mit ein, eine deutschlandweite Datenerhebung zu Diabetes in Deutschland, an welcher das RKI derzeit arbeitet. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird die Daten zur Entwicklung von Strategien für eine verbesserte Information der Bevölkerung zum Thema Diabetes mellitus nutzen.

Quellen:

Paprott, R. et al.: Erste Ergebnisse der Studie „Krankheitswissen und Informationsbedarfe – Diabetes mellitus (2017). In: Journal of Health Monitoring, 2018, 3(S3): 23 – 62. DOI 10.17886/RKI-GBE-2018-062 

Ärztezeitung.de: Deutsche Bevölkerung: Viel Unwissen zu Diabetes. Meldung vom 21.08.2018 (letzter Abruf: 22.08.2018)


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