Grundlagenforschung

Fettsäuren eignen sich doch nicht zur Diabetes-Behandlung

26. Jun 2018

Deutsche Forscherinnen und Forscher sind einem Ansatz nachgegangen, demzufolge bestimmte Fettsäuren über die Nahrung die Insulinausschüttung und den Blutzucker beeinflussen können. In ‚Cell Metabolism‘ erklären Sie, dass sich der Ansatz vermutlich nicht für eine Therapie eignet.

© maya/Fotolia

Ausgangpunkt für die Arbeit war eine Studie aus dem Jahr 2014, der zufolge zwei bestimmte Fettsäuren (5-PAHSA und 9-PAHSA) bei Menschen mit Diabetes seltener im Blut auftreten als bei Stoffwechselgesunden. Beide Substanzen kommen in der Nahrung vor und können auch von menschlichen Zellen hergestellt werden. Fügte man Mäusen die Fettsäuren mit der Nahrung zu, sanken ihre Blutzuckerspiegel und es wurde vermehrt Insulin ausgeschüttet.

Um diesem Ansatz nachzugehen, stellte ein Team der Universität Mainz die besagten Fettsäuren in einem neuen Syntheseverfahren her und übergab sie einem Pharmaunternehmen zur biologischen Testung.

Fettsäuren fallen in Maus und Petrischale durch

In einigen der Tests zeigte sich zwar ansatzweise eine Wirkung der Fettsäuren, der Gesamteffekt der molekularen Hoffnungsträger war jedoch eher ernüchternd: Keine der Substanzen war imstande, positive Veränderungen auf klar definierte Endpunkte im Stoffwechsel hervorzurufen. Konkret waren das die Aufnahme von Glukose beziehungsweise die Ausschüttung von Insulin in der Zellkultur. Auch die Behandlung von diabetischen Mäusen ergab keine signifikante Stoffwechsel-Verbesserung. Die Wissenschaftler erhoffen sich nun eine konstruktive Diskussion über die Diskrepanz in den beiden Studien, die zu einem besseren Verständnis insgesamt beitragen könnte.

Immer wieder ergeben sich wissenschaftliche Hinweise, dass bestimmte Fettsäuren einen Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel haben könnten. Im Jahr 2015 berichtete ein schwedisches Forscherteam, dass Milchprodukte mit hohem gesättigtem Fettanteil wie Sahne und Käse möglicherweise einen Schutz vor Typ-2-Diabetes bieten. Im selben Jahr beobachteten zudem niederländische Forschende, dass Nüsse vermutlich durch ihre ungesättigten Fettsäuren vor Diabetes schützen könnten.

Es ist also zu vermuten, dass das Thema die Forschung weiter beschäftigen wird. Fest steht hingegen, dass die Ernährungstherapie eine der tragenden Säulen bei der Behandlung von Diabetes mellitus ist.

Quellen:
Pflimlin, E. et al.: Acute and Repeated Treatment with 5-PAHSA or 9-PAHSA Isomers Does Not Improve Glucose Control in Mice. In: Cell Metabolism, DOI: 10.1016/j.cmet.2018.05.028

Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Antidiabetische Wirkung natürlicher Fettsäurederivate nicht bestätigt. Pressemitteilung vom 21. Juni 2018


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