Fette Milchprodukte verringern Gefahr für Typ-2-Diabetes

22. Mai 2015

Ob jemand Typ-2-Diabetes entwickelt oder nicht, hängt auch von seiner Ernährung ab. Gesättigte Fettsäuren gelten dabei als ein Risikofaktor. Doch so direkt ist der Zusammenhang nicht, zu diesem Ergebnis kamen jetzt schwedische Forscher. Milchprodukte mit hohem gesättigtem Fettanteil wie Sahne und Käse bieten möglicherweise sogar einen Schutz vor Typ-2-Diabetes.

Sahne und Käse bieten möglicherweise Schutz vor Typ-2-Diabetes

© Paulista / Fotolia.com

Für ihre Untersuchung analysierten Ulrika Ericson von der Lund University und ihr Team die Ernährungsgewohnheiten von 27.000 Menschen im Alter zwischen 45 und 74 Jahren. Die Probanden hatten in den 1990er Jahren an einer Studie über Essen und Krebs teilgenommen und damals genaue Angaben über ihre Essensgewohnheiten gemacht. In den anschließenden 14 Jahren entwickelten über zehn Prozent von ihnen einen Typ-2-Diabetes.

„Diejenigen, die besonders viele fettreiche Milchprodukte zu sich nahmen, hatten eine 23 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit für Diabetes, als jene, die am wenigsten davon verzehrten “, erklärt Ericson. Dagegen hatten Studienteilnehmer, die besonders viel Fleisch aßen ein erhöhtes Diabetes-Risiko. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Fleischprodukte besonders fettreich oder eher fettarm gewesen waren.

Das ist interessant, weil sowohl Milchprodukte als auch Fleisch viele gesättigte Fettsäuren enthalten. Diese gelten als Risikofaktoren für Übergewicht und damit auch für Typ-2-Diabetes. Die neue Botschaft der Wissenschaftler lautet aufgrund ihrer Ergebnisse aber, gesättigte Fettsäure ist nicht gleich gesättigte Fettsäure: „In Milchprodukten kommen andere gesättigte Fettsäuren vor als in Fleisch“, schreiben sie.

Dies könnte den Schutzeffekt von fettreichen Milchspeisen erklären. Es gibt aber noch andere Theorien. Zwar haben die Wissenschaftler bei ihrer Analyse viele Faktoren ausgeschlossen, etwa den Lebensstil oder andere Nahrungskomponenten wie Vitamin D oder Kalzium. Trotzdem bestehe die Möglichkeit, dass neben den Fettsäuren auch andere Inhaltsstoffe der Milchprodukte für den gefundenen Effekt verantwortlich seien. Außerdem interagierten manchmal auch verschiedene Ernährungselemente miteinander, so die Wissenschaftler.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir uns bei Ernährungsempfehlungen nicht so stark auf Fette konzentrieren sollten. Wichtiger sind die Lebensmittel, in denen sie vorkommen“, schlussfolgert Ericson. Viele Nahrungsmittel enthielten Bestandteile, die der Gesundheit sowohl nützen als auch schaden könnten – unterm Strich käme es also auf die richtige Balance an.

Quellen:

Ericson U et al.: Food sources of fat may clarify the inconsistent role of dietary fat intake for incidence of type 2 diabetes. In: Am J Clin Nutr, April 2015; doi: 10.3945/​ajcn.114.103010

Lund University: High-fat dairy products linked to reduced type 2 diabetes risk. Pressemitteilung vom 02.04.2015


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